Teil eines Werkes 
1 (1827) Die Gebirgskunde
Entstehung
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Es verkleinern ſich aber auch ganze Flaͤchen, wofuͤr an⸗ dere groͤßer werden; man nennt dieß das Verſchwinden der einen und das Herrſchend⸗werden der uͤbri⸗ gen. Der Krryſtall erſcheint bloß verſchoben und ohne Eben⸗ maaß, wenn von der ſchwindenden Flaͤche noch Etwas uͤbrig iſt. Iſt ſie ganz verſchwunden, ſo iſt aus einem mehrflaͤ⸗ chigen Kryſtall ein anderer von weniger Flaͤchen geworden.

Aus dieſen Veraͤnderungen der Begrenzungstheile eines Kryſtalls werden theils die zuſammengeſetzteren Kryſtallformen, theils die Uebergaͤnge einer Kryſtallgeſtalt in eine andere er⸗ klaͤrlich.

Anm. Alles dieſes und was naͤchſtdem folgt, kann in wenigen Stunden an Kryſtallmodellen aus Holz oder Pappe erklaͤrt werden, und iſt, als Beſchaͤftigung des Erkenntnißver⸗ moͤgens, nicht unnuͤtz und macht Liebe zur Sache. Die formelle Bildung, die an irgend einem Lehrgegenſtande zugleich erzielt wird, iſt am Ende, wo nicht mehr doch eben ſo viel werth, als das beigebrachte materielle Wiſſen. Ungeachtet die Kryſtallographie kein weſentlicher Gegenſtand in des Verfaſſers gebirgskundlichem Unterricht iſt, wie wohl hinlaͤnglich aus dem Gegebenen einleuchtet; ſo vernachlaͤſſiget er ſie doch nicht ganz und laͤßt, nach der Erklaͤrung des Nothwendigen, umhergegebene Kryſtalle und Kryſtallmodelle von ſeinen Zuhoͤrern ſelbſt beſchkeiben, damit ſie eine Beſchreibung in einem mineralogiſchen Buche verſtehen und ein ſolches benutzen lernen, im Fall ſie das mineralogiſche Studium aus Geſchmack wei⸗ ter treiben wollen, als der Beruf es von ihnen fordert.

3) Kryſtallgeſtalten.

§. 15. Die vornehmſten und leicht erkennbaren Kryſtall⸗ geſtalten ſind die Pyramide, die Saͤule mit der Tafel und der Wuͤrfel, mit einigen wuͤrfelaͤhnlichen Koͤrpern, die auch mit den gemeinen Mineralien nicht ſelten vorkommen, daher in dem beigegebenen Fingerzeig mit aufgenommen wor⸗ den ſind, folglich an dieſem Orte naͤher beſchrieben werden muͤſſen.