14 A. Ppyramiden und pyramidenaͤhnliche Kryſtalle.
Unter einer(einſachen) Pyramide wird ein Koͤrper ver⸗ ſtanden, der von einer Anzahl 3ſeitiger Flaͤchen, welche in eine Spitze zuſammenlaufen, begrenzt wird. Der Spitze gegenuͤber befindet ſich die Grundflaͤche. Eine Linie, im Gedanken, auf die Grundflaͤche gefaͤllt, iſt die Axe der Pyra⸗ mide und ihr groͤßter Durchmeſſer; m. a. W. eine Pyramide iſt allezeit laͤnger als dick und breit.
Die Geſtalt der Grundllaͤche haͤngt von der Zahl der 3 ſeitigen Seitenflaͤchen ab. Die Grundflaͤche iſt 3 ſeitig an einer 3 ſeitigen, 4ͦſeitig an einer 4 ſeitigen ꝛc. Pyramide. Zwei ſolcher Pyramiden mit ihren Grundflaͤchen auf einander geſetzt, bilden eine Doppel⸗Pyramide, welche in zwei Hauptverſchiedenheiten im Mineralreich erſcheinen, indem die Seitenflaͤchen der einen a) auf die Seitenflaͤchen oder b) auf die Seitenkanten der andern aufgeſetzt ſind.
Einfache Pyramiden kommen im Mineralreich eigentlich nicht vor. Wo eine ſolche erſcheint, konnte ſich, irgend eines Hinderniſſes wegen, die andere Haͤlfte nicht ausbilden. Der pyramidenfoͤrmige Kryſtallkoͤrder aber, welcher von 4 gleichen und gleichſeitigen Triangelflaͤchen begrenzt, folglich gleich lang, dick und breit iſt, wird aus eben dieſem Grunde, nicht als eine einfache 3 ſeitige Pyramide, ſondern als ein beſonderer Kryſtallkoͤrper betrachtet und Tetraéder(Vierflach) genannt. Bloß der leichteren Auffindung wegen iſt er im Fingerzeig un— ter die Pyramiden aufgenommen worden.(Fig. 1.)
Es kommen im Mineralreiche vor:
1) Dreiſeitige Doppelpyramiden,(aͤngere und kuͤr⸗ zere, die Seitenflaͤchen der einen gewoͤhnlich auf die Sei⸗ tenkanten der andern aufgeſetzt.
2) Vierſeitige Doppelpyramiden, theils gleich⸗ und rechtwinklich, theils ungleichwinklich.(Fig. 2. abed.)
3) Sechsſeitige 3Doppelpyramiden von zweierlei Art: es ſind die Seitenflaͤchen der einen auf die Seiten⸗ flaͤhhen der andern entweder gerade oder ſchief aufge⸗ ſetzt. Im letzten Falle bildet die Kante der beiderſeitigen
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