Teil eines Werkes 
1 (1827) Die Gebirgskunde
Entstehung
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3 Kanten, 4 Flaͤchen 4 Kanten ꝛc. bilden, ſo unterſcheidet man 3⸗, 4-, 5⸗ und mehrkantige Flaͤchen. Anm. Die Winkel, ſowohl der Kanten als Ecken, werden, wenn

ein Kryſtall genau beſchrieben werden ſoll, mit einem Winkelmeſſer(Gonyometer) nach Graden beſtimmt.

2) Die Hauptveraͤnderungen an den Kryſtall⸗ geſtalten.

§. 14. Die einfache Geſtalt eines Kryſtalls(Pyramide, Saͤule, Wuͤrfel ꝛc.) findet ſich auf mannigfaltige Weiſe ver⸗ aͤndert: durch Abſtumpfung, Zuſchaͤrfung und Zuſpi tzung der Kanten, Ecken und Enden und durch das Ver⸗ ſchwinden ganzer Flaͤchen.

Die Ecke, Kante oder Spitze eines Kryſtalls iſt abge⸗ ſtumpft, wenn ſie gleichſam durch einen einzigen Schnitt hinweggenommen iſt; die neu entſtandene Flaͤche wird die Ab⸗ ſtumpfungsflaͤche genannt. Sie iſt bald ſtaͤrker bald ſchwaͤcher(ſtark oder ſchwach abgeſtumpft), und die Abſtum⸗ pfungsflaͤche entweder gerade oder ſchief angeſetzt.(Fig. 6.)

Die Zuſchaͤrfung wird durch 2 Flaͤchen bewirkt(Zu ſchaͤrfungsflaͤchen), die in einer Kante(Zuſchaͤrfungs⸗ kante) zuſammenſtoßen. Dieſe Veraͤnderung der Kryſtallfor⸗ men findet gewoͤhnlich an den Kanten, ſeltener an den Ecken oder uͤber einer ganzen Flaͤche ſtatt.

Die Zuſpitzung wird allezeit durch mehr als 2 Flaͤ⸗ chen, welche in eine Spitze zuſammenlaufen, hervorgebracht und findet ſich an den Ecken und Enden der Kryſtalle; dieſe Theile ſind, nach der Kuͤrze des Kunſtausdrucks: 3-, 4⸗, 6⸗ ꝛc. flaͤchig zugeſpitzt.

Durch die Zuſpitzungsflaͤchen entſtehen Zuſpitzungs⸗ kanten und die Ecke der Zuſpitzung. Die Zuſpitzungs⸗ flaͤchen an den Enden des Kryſtalls ſind entweder auf deſſen Seitenflaͤchen(Fig. 4.) oder Seitenkanten aufge⸗ ſetzt(Fig. 5.); wenn nicht auf alle, ſondern mit Ueberſprin⸗ gung je einer Kante oder Flaͤche, ſo bezeichnet dieſes der Kunſt⸗ ausdruck damit: Die Zuſpitzungsflaͤchen ſeyen auf die abwech⸗ ſelnden Seitenkanten oder Seitenflaͤchen aufgeſetzt.

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