5) Electricitaͤt, Magnetismus, Waͤrme. Alle Koͤrper zeigen, auf ſchickliche Veranlaſſungen, eleetriſche Zu⸗ ſtaͤnde und ſind beſſere oder ſchlechtere Electricitaͤtsleiter.— Es giebt mehre Mineralien, beſonders kryſtalliſirte, welche durch Reiben und Erwaͤrmen entgegengeſetzt(polariſch) electriſch wer⸗ den, wenige hingegen, welche dem Magnet folgen oder ſelbſt magnetiſche Anziehung und Abſtoßung zeigen. Indeß wird von dieſen Eigenſchaften als Erkennungs⸗ und Unterſcheidungs⸗ Merkmalen wenig Gebrauch gemacht, mehr noch von ihrem Leitungsvermoͤgen fuͤr die Waͤrme. Durch ein beſſeres Waͤr⸗ meleitungsvermoͤgen naͤmlich entziehen einige, bei der Beruͤh⸗ rung, unſerem Koͤrper mehr Waͤrme und entziehen ſie ihm ſchneller; ſie fuͤhlen ſich daher kaͤlter als andere, aus ent⸗ gegengeſetzten Urſachen, an.
c) EChemiſche Beſchaffenheiten.
§. 10. Chemie iſt die Wiſſenſchaft und Kunſt, Koͤrper in ihre einfachſten(vor der Hand nicht weiter zerlegbaren) Beſtandtheile(Ur⸗ oder Elementarſtoffe), zu zerlegen, und aus einfachen Stoffen Koͤrper zuſammen zu ſetzen. Unter chemiſche Beſchaffenheiten der Mineralien begreifen wir daher zuerſt ihr Zuſammengeſetztſeyn aus gewiſſen einfache⸗ ren Materien, in beſtimmten Mengenverhaͤltniſſen— ein Ge⸗ genſtand, der zunaͤchſt der ſpeciellen Bodenkunde angehoͤrt.
Die chemiſche Beſchaffenheit eines Koͤrpers giebt ſich in— deß, zuweilen wenigſtens, durch Geruch und Geſchmack, oder durch ſein Verhalten im Feuer(durch Verbrennung oder Schmelzung mit dieſer oder jener Eigenthuͤmlichkeit), oder durch ſein Verhalten zu Saͤueren oder Kalien zu erkennen; daher auch ein eigenthuͤmlicher Geruch oder Geſchmack, ein beſtimmtes Verhalten im Flammenkegel des
Loͤthrohrs, oder gewiſſe Erſcheinungen in der Be⸗
ruͤhrung mit Saͤueren oder Kalien zur chemi⸗ ſchen Art der Erkennungsmerkmale der Mineralien gezaͤhlt werden muͤſſen.
Nicht alle der aufgezaͤhlten Eigenſchaften und Beſchaffenhei⸗ ten ſind als Erkennungs-Merkmale von gleichem Werth: einige
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