Teil eines Werkes 
1 (1827) Die Gebirgskunde
Entstehung
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Als einen Verſuch: mit welchem Maaße phyſikali⸗ ſcher und chemiſcher Kenntniſſe der Forſtwirth ausreiche, um uͤberhaupt fuͤr wiſſenſchaftlichen Unterricht empfaͤng⸗ lich und ſelbſturtheilsfaͤhig im Forſte zu ſein, ließ er vor 8 Jahren einenLeitfaden bei dem phyſikaliſch-chemiſchen Unterricht an der Forſt⸗ lehranſtalt zu Tharand auf ſeine Koſten drucken, woran er gebeſſert, Einiges hinweggeſchnitten, Anderes hinzugeſetzt; Einiges vereinfacht, Anderes vervollſtaͤn⸗ digt; bis jetzt aber, ungeachtet des Verbrauchs der vor⸗ raͤthigen Exemplare, noch keine noͤthigende Aufforderung, ihn zu erneuern gehabt hat, da er noch immer Lehrbuͤ⸗ cher fand, die er dem faͤhigeren und dem minderfaͤhigen Theil ſeiner Zuhoͤrer empfehlen konnte, ohne dadurch in ſeinem Lehrgange geſtoͤrt zu werden.

Was er unter dem Namen:phyſikaliſche Erdkunde lehrt, ruht beſcheiden in ſeinen Heften, und was die ſpecielle Gebirgs⸗ und Bodenkunde betrifft:

ſo wuͤrde er ſich, mancher ihm zugekommenen Aufforde⸗

rungen ungeachtet, gleichwohl noch nicht zu ihrer Her ausgabe entſchloſſen haben, wenn er eine Umgeſtaltung und Verbeſſerung ſeines 1820 gedrucktenmineralo⸗ giſchen Fingerzeigs nicht ſeinen Zuhoͤrern ſchuldig geweſen waͤre. Hieruͤber, wie uͤber die vorliegende Um arbeitung iſt der Verf. dem Publikum Erlaͤuterung und Rechenſchaft ſchuldig.

Er hegt den Grundſatz: daß aller naturgeſchicht liche Unterricht, der nicht von der Anſchauung des Ge genſtandes ausgeht und durch Anſchauung unterſtuͤtzt wird, eben ſo langweilend als unnuͤtz, eben ſo ſchwer faßlich als bald wieder vergeſſen; daß insbeſondere Mi neralienkunde durch bloßes Beſchreiben und unterweiliges Vorzeigen des Beſchriebenen, bei Anfaͤngern, deren Auge dafuͤr erſt geuͤbt werden muß, unmoͤglich zu er reichen ſei. Er beſchloß daher, als er den mineralogi ſchen Unterricht an der hieſigen Forſtlehranſtalt begann,

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