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Gleichgewicht oder die Waage hält.- Be ſonders jagt man dieſes von den gemeinen Waagen und Schnellivaagen, Das Ge- gengewicht bey einer gemeinen Waage, welches man auf die eine Waageſchaale legt, muß ſo. ſchwer ſeyn, als die Laſt, ſo dadurch im Gleichgewicht erhalten werden ſoll, Hingegen bey einer Schnellwaage verhält ſich das Gegengewicht zu dem an- dern Gewicht oder zu der Laſt, wie die Entfernung der Laſt von dem Ruhepuncke zu der Entfernung des Gegengewichts von eben demſelben. In der Augübung muß bey einer gemeinen Waage der eine Arm nicht nur ſo lang als der andere, ſondern aud) von gleicher Schwere, ſeyn; und bey ven Schnellwaagen pflegt man den fürzern Arm mit Bley auszugießen, daß er eben dieſelbe Schwere, als der längere Arm erhalte, und das oben angeführte Ver- Hältniß zwiſchen dem Gewichte und Ge- gengewichte Statt finde. Sonſt verſteht man. auch durch das Gegengewicht ein Srück Metall, gemeiniglich von"Kupfer, Eiſen oder Bley, welches ſowohl bey ei- ner Schnell- als auch einer jeden andern Waage ſo ſchwer, als die damit abzuwie- gende Laſt ſeyn muß, Manchmal nennt man es auch bey Schnellwaagen, wegen ſeiner Geſtalt, eine Birne, und wegen ſeiner Schwere, vie t]7Iaſſe. Gegenlatte, eine hölzerne, dünne und breite Leiſte, weiche gegen die Dach» latten zwiſchen den Sparren eines Daches angenagelt wird, - Gegenlatter, ein eiſernes Werk» zeug der Dachdecter, welches an dem ei- nen Ende einen gebogenen Schnabel, und Segen das andere Ende einen Riegel hat, der das Eiſen durchbohret, Der Dachde- Fer faßt mit dem Schnabel die Latte und
'Gegenv
Gegenlatte eines Daches, drückt auf den Riegel-des Gegenlatters ,. und ziehet alſo die Gegenlatte an. die obere Latte an, da er denn durc einen Nagel beyde Latten gut vereinigen kann,
Gegenvfeiler, ein dem andern ge- gen über geſtellter Pfeiler, z. B, ein Ge- wölbe fragen zu beifen.
Gegenrechnung, diejenige Rech- nung, welche einer andern entgegen geſeßt iſt; oder wodurch die Rechnung eines an- dern ganz oder zum Theil aufgehoben wird,
Gegenvermäctniß, iſt, was der Mann der Ehefrau aus ſeinem Vermögen auf den Todesfall eigenthümlich ausſfeßt. Wird der-Frau nur der Nießbrauch gewiſ- ſox Guter oder. Capitalien angewieſen, ſo heißt es ein Leibggedintge; eine jährliche Summe aber, die der Frau aus dem Nach» laſſe des Mannes zu ihrem Unterhalte, wegen des Witwenſtandes, ausgeſeßt worden, wird Witrhum genannt. Iſe die Summe"des Gegenvermächtniſjes nicht beſtimmt, wohl aber die Abſicht der Contrahenten, daß daſſelbe mie dem Ein- gebrachten im Verhältniſſe ſtehen ſolle,
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aus der Faſſung und den Umſtänden er-
- ſichtlich 3; ſo iſt das Gegenvermächtniß auf
die Hälfte des Cingebrachten feſ? zu ſeßen, I| eine ſolche Ructſicht auf die Summe ves Cingebrachten aus dem Vertrage nicht zu erſehen, ſo wird das Giegenverniächt- niß dem Chevermächtniſſe gleich geſekt. Iſt auch kein Chevermächtniß beſtimmt, ſo“ iſt die Ausſcßung eines ſolchen ohne Beſtimmung einer Summe angewieſenen
Gegenvermächtniſſes ohne Wirkung, und
die überlebende Chefrau fann nur auf die geſezliche- Erbfolge Anſpruch machen. Nach


