Druckschrift 
Anleitung zur Verbesserung und Veredlung der Schafzucht in Rußland / Herausgegeben, auf Verlangen sr. Durchlaucht des Ministers des Innern, von Wilhelm Christian Friebe, Rigaschem Schul-Inspektor, beständigem Sekretair und Mitgliede der Liefländischen Ökonom. Societät, der Kaiserlichen freien ökon. Gesellschaft in St. Petersburg, der Leipziger ökonomischen, der Kaiserlichen naturforschenden Gesellschaft in Moskau, der naturforschenden Gesellschaft in Jena und der ostpreussischen physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg Mitglied.
Entstehung
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haben, auch in ihren halbſchlächtigen Jungen eben- fals gröber liefern. Anmerkenswerth iſt es, daß Schafe dieſer Ark, die ſchon zweimal veredelt ſind, oft weniger veredelte Jungen bringen, als nationalruſſiſche. Da mir die ſpecielle Aufſicht über die Schafzucht übertragen iſt, ſo hatte ich Gelegenheit manche Bemerkung zu machen, die von der gewöhnlichen abweicht.

I<h ſorkire die Schafe jährlich zweimal und ſchieße die geringeren aus, wenn ſie gleich mit dem Zeichen von 2 oder 3 Jahren als veredelt geſtempelt ſind; auf dieſe Art habe ich es nun ſo weit gebrac<t, daß gegen Hundert halb ver: edelte Stück vorhanden ſind, deren Wolle mit der von den Merinos wetteifern. Der ächten Merinos ſind jeßk wieder zwölf und der halb- ſchlächtigen Schafe etwas über 400,

3) Die Schafe haben in dieſem letten, ob- gleich langen und ſehr falten Winter nichts ge- litten,(denn die Kälte ſtieg am x2ten und r1z3ten Januar 1809 bis auf 3x Grad, folglich ein Punkt, der dem Gefrieren des Oueckſilber8 nahe war.) Obgleich ſie keinen beſondern warmen Stall ha- ben, und faſt immer Futter auf den eingezaun- ten Hof vorgelegt erhalten. Auch ſind die jun- gen Schafe meiſt alle mitten im Winter gefallen, von den 136 Neu- Gebohrnen ſind nur 8 geſtor- ben, deren Mütter zu wenig Milch hatten.

4) Der Schafſtall beſteht aus Weidenflecht- werk, das inwendig gut mit Lehm ausgeſchmieret