22%
Nachdem man mit sich selbst einig gewor- den, welcliie Theile einer Figur und in welcher Art sie veränderlich seyn sollen, so nimmt nıan diesen Voraussetzungen gemäls eine beliebige Endgränze an. Diese Endgränze ist das wahre Differenzial, insofern dasselbe unmittelbar an- schaulich ist. Um aber die innern, an sich nicht anschaulichen Verhältnisse der Differenzial- gröfsen wenigstens symbolisch anschaulich zu machen, schneidet man disseits oder jenseits der Endgränze einen beliebigen Endtheil des Verän- derlichen, den angenommenen Gesetzen der Ver- änderlichkeit gemäls, ab. In dergleichen End- theilen sind alle innem Verhältnisse der Diffe- renzialgrölsen versinnlicht, zwar gewöhnlich nur annäherungsweise, aber man ist aufser aller Ge- fahr eines Irrthums, wenn man nur statt der Verhältnisse, welche in der Figur vor Augen diejenigen setzt, welche in dem Au-
liegen;
genblick, wo ein Endtheil in eine Endgränze übergeht, nach. dem. Gesetz der Stetigkeit ein- ireten. In Ansehung dieser Andet aber nie eime
Zweideutigkeit statt, weil die Richtungen, die man den Differenzialen. in dem Augenblick des Verschwindens beilegen mufs, in jedem Fall völlig bestimmt sind.
72. Wir haben oben,(besonders$-. 15: einer eigenen Methode, Differenzialausdrücke un- mittelbar zu finden, erwähnt, als einer der wichtigsten Operationen der höhern Analysis, in- dem durch sie eigentlich die Integral-hechnung
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