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unstreitig eine unfruchtbare Wissenschaft: denn statt der Natur, die wir haben wollen, gäbe sie uns blofs ein einförmiges, dürftiges Machwerk des Menschen. Aber ich sage es noch einmal: das System ist das blofse Register der Wissen- schafi. Nur höhere Ansichten der Natur kön- nen die Vernunft befriedigen; nur sie können das menschliche Geschlecht zu einer höheren Stufe geistiger Vollkommenheit erheben! Und wer kann wissen, ob nicht vielleicht dereinst, gerade die Beobachtung der kleinsten Insecten, einen glücklichen Kopf zu den herrlichsten An- sichten der Natur hinleiten können!
Es läfst sieh schwerlich ein schönerer, und in aller Absicht zweckmäfsigerer Plan für die Zoologie erdenken, als. der, welchen Blumen- bach in seinen kleinen, aber inhaltreichen Hand- buch der Naturgeschichte befolgt hat. Auch hier sehe ich die allgemeinen Ansichten, die er dem Ganzen und jeder Classe voraus- schickt, als das wesentlichste, als die Frucht von der Kenntnifs des einzelnen an; das System, was auf die allgemeinen Betrachtungen folgt, enthält nur die Beläge derselben. Aber.die Zoologie ist so weitläuftig, dals, wenn man sie in diesem Geiste nach einem grölseren Maafs- stab ausführen wollte, offenbar jede einzelne Thier- Classe überflüssigen Stoff zu einem eignen Werk von grolsem Umfang darbieten würde.


