Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
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2 Erſies Hauvtſiü>.

Ein Landguth.in den Zuſtand zu ſeben, daß deſſen Eigenehümer, wo. nicht von allen doh wenigſtens'einigen nußbaren Theilen deſſelben, mehreren Vortheil und baare Einnahme als ſeine Vorfahren ehedem davon genoſſen, mit Gewißheit erwarten kann, dieſes allein verdient den Namen einer wahren Verbeſſerung. Die Bermehrung der Be- quemlichfeit und des Vergnügens, kann zwar in Anſehung reicher Guchsbeſiger, viel gu- tes und angenehmes zuwege bringen. In Betracht des Zaudgurbes jelber aber, ohne Rüü&ſicht auf ihrs Beſitzer, ſie mögen reich over arm ſepn, können blos folce Derän- derungen, durch welche entweder die Einnahme erbödet, oder die Ausgabe vermin- dert wird die Aufmerkſamkeit des Richters nach ſich ziehen, Nicht das Vermögen des zeitigen Tigenthümers, ſondern lediglich die äuſſere und innere Beſchaffenheit des Landguches muß dabey in Erwägung gezogen werden.

Will mau ein Landguch auf die beſtmöglichſte Weiſe nußen, ſo müſſen dazu nicht allein die bequemſten Mittel erwählet.. ſondern ſolches auh richtig angewendet werden. Beydes ſeßet eine vollſtändige Kenntniß ſo wohl der zu nußenden Stücke, als dazu dien- ſamen Mittel, voraus. Zur Landwirthſchaft wird alſo Weisheit und Klugheit erfordert. Ein bloſſes mechaniſches Wiſſen iſt hiezu um ſo weniger hinreichend, als die Verſchieden- heit der Lage, der Zeiten, der Anwehre und andrer Umſtände mehr, auch eine groſſe Ber- ſchiedenheit in der Benußung der Landgüther nach ſich ziehen. Die Wirthſchaft in weit entlegenen Provinzien nach den Gegenden einer volfreichen Stadt beurtheilen zu wollen, würde weit gefehlet feyn, und eben ſo erfordert dieſes Geſchäfte eine ganz andre Behand- lung zu Krieges- als Friedenszeiten..- Verſchiedenheiten, die beſonders auf den Richter- früblen bey vorkommenden Fällen nicht auſſer Augen gelaſſen werden müſſen.

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Von dem Segenſtande der Landwirthſchaft. nemlich den Landgütbhern,. und wie ſolche aus : verſchiedenen Wirtbſchafts/Theilen beſtehen.

Ein Zanguth iſt ein Inbegriff verſchiedener auf dev Oberfläche des Erdbodeins veſindlicher, ſowohl der Lage aks dem YTutzen nach, mit eiirander verbundener, und durch richtige Reine und Gräntzen voy fremden Eigenthum abgeſondercer nutzbaren Theile. ; Die nußbare Theile, aus welchen das Ganze eines Landguthes beſtehet, ſind nach unſrer Landesart Ackerbau, Wieſewachs, Rindviehnußung, Schäferei, Gartenbau, "Weinbau, Hopfenbau, Brauerey, Waldung, Fiſcherey, Jagd, Bienenſtand, Schwein- und Federviehnußung, Ziegel- Kalk- und Kohtenbrennerey, Potaſchſiederey, Steinbrü- <he, Mühlennußung, Dienſte, Zehenden, Geld- und Getreidepächte, u. d..m, Jurisdi- &ion und Jus patronatus ſind zwar gemeiniglich an ſich mehr läſtige als nußbare Gerechtig- Feitenz, inzwiſchen gehören ſie mit zur Vollfommenheit eines Landguthes, weil deren Mangel vielen Verdruß und Unbequemlichfeiten nach ſich ziehet, E

+. 6. 3- 3Ticht die Sröße,. ſondern eine geſchickte Verbindung der Wirthſchaftstheile, beſtimmen den wahren Werth eines ZLandguthes.|

Ylicht die Größe und der bloße Umfang eines Landgutbs, ſondern. eine ver- hältnißmäßigeDerbindung verſchiedener von den vorbenannten nutzbaren Theilen, be- ſtimmet den wahren und innern Werth eines Zandguthbes, Gj

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