Teil eines Werkes 
1: Uibersicht der europäischen veredelten Schafzucht. 1
Entstehung
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welche ſeit 20 Jahren jenes Land zerrüttet haben, ange- geben, Jn dieſen ward nicht allein eine Menge Schafe dem Schlachtmeſſer zur Verpflegung der Invaſions-Armeen über- geben, ſondern es wurden auch ſehr anſehnliche Haufen, namentlich durch die franzöſiſchen Generale, aus dem Lande getrieben. Die Heerden, welche auf dieſe Weiſe neue Schä- fereien in Frankreich und Ober- Italien bildeten, bewieſen aber ſchon, wie die ſpaniſchen Merinos in Verfall gekom- men waren, Die Sache ging aber ſehr natürlich zu. Die Wanderungen derſelben wurden geſtört. Bei den(estantes) ſtehenden Heerden entſtand ein Gemiſc<. Wie häufig kommt es im Kriege vor, daß dieſelben fliehen müſſen, wenn ſie nicht eine Beute des Feindes werden ſollen!'Dadurc< wur-+- den ſie wohl hie und da mit den Churros zuſammengetrieben, und ihr reines Blut ward verdorben. Ein Gleiches traf ohne Zweifel auch die(transhumantes) wandernden Heer- den. Zu allem dieſem kommt dann der ſpaniſche Charakter, der es den Beſißern nicht geſtattet, ſich perſönlich um die Wiederherſtellung ihrer Heerden zu bekümmern, wie dies- z. B. die Deutſchen thun. Denn wir haben geſehen, daß, obgleich Sachſen einigemal gleiches UnglüFX, wie Spanien be- traf, jenes doch ſchnell wieder auf die alte hohe Stufe mit ſeiner Schafzucht zurü&kam. Wir können übrigens wohl auch mit ziemlicher Sicher- heit behaupten, daß die ſpaniſche Merinozucht auch ohne jene Kalamitäten der deutſchen allmählig würde haben das Feld räumen müſſen, weil der deutſche Schafzüchter ungleich mehr Eifer, Sorgfalt und Verſtand bei der Haltung ſeiner Heerden anwendet, als der ſpaniſche. I< weiß ſehr wohl,