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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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89
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Einfluß der Düngungsmittel auf die Pflanzen. 30.0 89 (309 Es iſt daher wohl keinem Zweifel unterworfen, daß die Grundmiſchung des Weizens und ſowohl ſein Gehalt an Kle= ber und an Amylum, beide nad) dem proportionellen Ver-

hältniß betrachtet, durd), die ſpecifiſche.Natur und Grundmi- ſchung des Düngers, womit ſie cultivirt werden, geleitet wird; auch iſt einleuchtend, daß ein gleicher Erfolg bey allen übrigen Getreidearten Statt finden muß. 5

Iſt jenes aber in der Wahrheit begründet, ſo ſind jene aus der Erfahrung entnommenen Reſultaten, ſo für die Pflan- zenphyſiologie, wie für die Agronomie, von Bedeutung, denn es wird dadurch ein Problem gelöſt, das bisher ganz. im Dunkeln ſchwebte.|?

Es iſt nämlich bekannt, daß eine und ebendieſelbe Art Weizen, in einerley Erdreich gebauet, ein ſebr verſchiede- nes Korn. darbietet, d. b. welches in ſeiner Grundmiſchung und den davon abhängenden Leiſtungen in den mit der Agronomie 0 Retation ſtehenden techniſchen Gewerben ſich ſehr verſchieden

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So giebt es manchen Weizen einerley Art, aber mit verſchieden gearteten Düngungsmitteln cultivirt, der bald mehr, bald weniger Ausbeute on Amylum, an Branntwein, an trafivollem Bier und an Eſſig darbieter, wenn er auf jene Gegenſtände ivden ökonomiſch-te<hniſchen Gewerben verarbeitet wurd.>

Da aber Branntwein, Bier und Eſſig nur allein aus vem Amylum gebildet werden, da der Kleber zu deren Erzeugung nichts' beyträgt: ſo muß auch die Ausbeute der 3e- nannien Erzeugniſſe mit dem Gehalte des Amylons im Wei- zen(ebenſowohl auch in den Übrigen Getreidearten) in Ver» bältniß eben.:

Anderä dagegen verhält es ſich mit dem Brode, zu wel- <hem das Mehl des Weizens verarbeitet wird. Dieſes iſt um ſo kraftvoller und nährender, je reichhaltiger das Mehl an Kleber und je ärmerzdaſſelbe an Amylon WAREN

? Die aus'den oben mitgetbeilten Reſultaten meiner ange- ſtellten. und beſchriebenen Verſuche und dadurch gemachten Er- fahrungen machen es ſehr wahrſcheinlich, daß in der Wahl des Düngers dem Agronomen die Mittel zu Gebote ſteben, den Gehalt des Klebers und des Amylons in den Ge- treiddarten nach Willkür zu reguliren, um die ſpecifiſche Anwendbarkeit deſſelben für das. eine oder das andere vfono- miſch- techniſche Gewerbe, das derſelben bedarf, näher zu be- gründen.*)!

6. 143. Wichtig für den denkenden Landwirth' ſind auch die gemachten Bemerkungen und Erfahrungen, daß mehrere Pflan2 zen beſonders gut in BPen gedeihen, welcher Subſtanzen ent- hält, die auch ſie enthalten. Z. B. der Weizen enthält viel| pbosphorſaure Kalkerde, und er gedeihe auch HERRDE gut in Boden, welcher dieſe Subſtanz enthielt. Nach Sprengel ent- hält der Flachs in Verhältniß zu den übrigen in ihm vorkom- menden feuerfeſten Körpern mehr Talkerde, als irgend ein an»

*) Siehe das Monatsblatt der königl. preuß« märkiſchen bkonomiſchen Ge: ſellſchaft. 6ter Jahrg. 4827+ S- 49 U+ ſ« f+ 6! ſch

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