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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Die Lehre vom Dünger,

tv Erſter Abſchnitt,

Von den verſchiedenen Miſtarten,

6. 1. Wir wiſſen, daß ſoviel, als die Pflanzen dem Was Düns Boden entziehen, ihm wieder an Pflanzennahrung gegeben gen heiße. werden muß, wenn ſeine Kraft ſich nicht vermindern und endlich ganz erſchöpft werden ſoll. In der Natur wird dieſer Erſatz auch wohl ohne unſer Zuthun dem Boden zu Theil; ſo werden z B. die Kräfte des Waldbodens, die ihm durch den Wacdsthum

er Bäume und von andern Pflanzen jährlich entzogen werden, durch die abfallenden Blätter, durch die zwiſchen den Bäumen wachſenden Kräuter, Gräſer und Mooſe, und ſelbſt durch abfal= lende Aeſte, auch eingegangene ganze Bäume und dergl. mehr, was alles in Fäulniß geräth, erſetzt; ja auch geſtorbene Thiere, beſonders Inſecten, geben, wenn ſie in Fäulniß übergehen, dem Waldboden Erſatz für das, was die auf ihm wachſenden Bäu- me ihm entzogen, Einen Beweis davon, daß der Waldboden in der Regel mehr empfing, als er gab, gewährt uns die Erfahrung, daß alter Waldboden gewöhnlich ſehr reich an Kraft iſt, und dieß, wenn er als Aker benutzt wird, oft viele Jahre durch den Üppigen Stand der auf ihm gebauten Früchte äußert.

Aber beym Ackerbau, wo wir oft jährlich ſolche Früchte vom Boden bis auf die Wurzel wegnehmen, welche wenig oder keine Blätter verloren, die dem Boden hätten zu Gute kommen können, müſſen wir für den Erſatz der beym Wachsthum der er- baueten Gewächſe dem Boden entzogenen Kräfte ſorgen 3 das heißt: wir müſſen den Acker von Zeit zu Zeit düngen.

Gemeiniglich wird aber nicht allein das, was in. den Boden kommt, um demſelben neue nahrhafte Materie für die Pflanzen mitzutheilen, Dünger genannt, ſondern im Allgemeinen auch denjenigen Mitteln, welche auf irgend eine Weiſe die Fruchtbare keit des Bodens erhöhen, dieſe Benennung beygelegt.

9. 2, Alle in Fäulntß oder in Verweſung gegan- Humus, gene organiſche Subſtanzen enthalten die Materie zur Hervor- bringung und Vollendung aller und jeder angebaueten Vegetabi- lien 3 durch dieſe Fäulniß oder Verweſung entſteht der Hu-