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Die Lehre vom Dünger, 12. Abſchn.
(306) Sprengel*), gehen bey ihren Unterſuchungen von dem Grundſaße aus: ,,daß die Pflanzen keine einfachen Körper durch ihre Lebensthätigkeit in ſich erzeugen, ſondern daß ſie dieſe vers mittelſt der Blätter und. Wurzeln, nur aus der Luft und dem Boden entziehen.“ Räch Sprengel /,dienen den Pflanzen 20 Stoffe zur Nahrung, ſie heißen: Sauerſtoſf, Kohlenſtoff, Stick- ſtoff, Waſſerſtoff, Chlor, Schwefel, Phosphor, Jod, Calcium, Talcium, Alumnium, Silicium, Barium, Zirconium/ Kalium, Natrium, Eiſen, Kupfer, Mangan, Fluor. Außerdem giebt es noch drey Agentien, die zum Pflanzenwachsthum gehören, dieſe ſind: Wärme, Licht und Elektricität.“= Da wir äus Erfah- rung wiſſen, daß mehrere Pflanzen nur auf Boden vorkommen, oder nur da"gedeihen, der gewiſſe Beſtandtheile enthält, und vielfältige Unterſuchungen erwieſen haben, daß Pflanzen, die dies ſen oder jenen Stoff vorzugsweiſe enthalten, auch auf Boden, welcher dieſen Stoff in der Krume oder im Untergrunde enthält, auch am beſten gedeihen, wenn ſonſt die übrigen, zu ihrem Ge- deihen nöthigen Bedingungen da ſind, ſo müſſen wir wohl Sprengels Grundſatz für den richtigern annehinen.. Darum ſcheint mir es für den Landwirth ſehr wichtig, daß er die Be: ſtandtheile ſeines- Bodens und der Gewächſe ,' die er bauen will, genau kennt; dann entweder aus dieſen diejenigen wählt, die für ſeinen Boden am mehrſten' geeignet ſind, oder durch zwe mäßige Mittel den Boden dahin zu bringen“ſucht, daß ex die Gewächſe, die der Landwirth braucht, oder am höchſten benüßen kann, in einem vollkommnen Zuſtande liefern kann z dem Boden das zu geben ſucht, was ihm zum Gedeihen dieſer Gewächſe fehlt.= Daß wir hierin viel tbun können, iſt durch> Thatſa- <en hinlänglich+ erwieſen 3; doch hat dieß ſeine Grenzen, über die hinauszugeben unräthlich iſt, indem entweder der Zwe> dann verfehlt wird, oder er zu theuer. erkauft würde,
Jedenfalls erfordert die'er Gegenſtand die größte Aufmerk2- ſamkzit des. praktiſchen Landwirths und jeder Denkende ſollte darüber Beovachtungen und wo möglich comparative Verſuche anſtellen, um immer mehr Gewißheit. zu erlangen, damit wir immer mehr im Stande ſind, der Natur durch Kunſt zu Hülfe zu kommen und ſie ſo immer beſſer zu benuten verſtehen lernen.
6. 441, Die Mittel, welche wir anwenden, um den Boden fruchtbarer, zum Gedeihen irgend eines oder mehrerer Gewächſe geſchi>ter zu machen, ſind nicht immer wirkliche Nahrungsmit- tel der Pflanzen, denn auch das Pflügen, Eggen, Behacken u, ſ. w. helfen den Boden zur Hervorbringung nüßlicher Pflanzen ge= ſchit machen, und manc<he andere Mittel, die wir Dünger nen-= nen, dienen nicht immer, oder nicht allein, als wirkliche Pflan- zennahrung, ſondern ſie wirken nur vortheilhaft, indem ſie an- dern Subſtanzen, die vielleicht ſonſt für die Vegetation entwe- der ganz verloren gingen, oder do< unthätig wären, zur Pflan» zennahrung geſchift machen. So wirken z, B. der kohlenſaure Kalk und das kohlenſaure Kali wahrſcheinlich auf eine mehrfache Weiſe vortheilhaft auf das Gedeihen der Gewächſe; denn.es iſt
3) Journal für techniſche und ökonomiſche Chemie, herausgegeben von B. 2. Erdmann, 2tex Bd. 4tes St, 4828«


