Die Lehre vom Dünger. 12. Abſchn.
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Für den Zwe muß zuerſt die Fläche, deren Raſen gebrannt Daen ſoll, durch zwe>mäßig angelegte Gräben entwäſſert
erden.
Dann wird, der Raſen entweder mittelſt eigends dazu be- ſtimmter Pferdeinſtrumente, oder mittelſt Handinſtrumente ab2 geſchält. Das Erſtere geht nur, auf ebenen Flächen und auf Fel: dern, die nur einige Jahre beraſet ſind, aber weniger oder gar nicht auf alten Dreeſchen und völlig uncultivirten Flächen an,
. Die Handinſtrumente ſind entweder Schaufeln, oder Hauen, Er- ſtere ſind mehr in England, die zweyten mehr in den Nieder« landen im Gebrauch.|
Die Zeit des Raſenſchälens zu Sommerfrüchten iſt von Mitte Aprils bis zur Mitte Mays; für Winterfrüchte die Monate July, Auguſt und September.
Das AugstroFnen des Naſens muß möglichſt befördert wera den, was durch üfteres Eggen, nachdem der mit Pferdeinſtrus menten geſchälte Raſen in die Quere ebenfalls mit Pferdeinſtiru- menten durchſchnitten iſt, geſchieht. Auch werden, beſonders bey unbeſtändiger Witterung, die Raſenſtüken zwey und zwey dach= förmig gegen einander aufgeſebt, ſo daß die Grasſeite nach in: nen kommt; nur iſt dieſe Methode, das Trocknen zu beſchleu? nigen, koſtſpielig.
Wenn. die Raſen hinlänglich ausgetro>net ſind, ſo werden ſie in Haufen gebracht, und zwar bey windigem, doh trocknem Wetter. Man bedient ſich, zum Zuſammenbringen des Raſens in Holland eines Inſtruments, die Brandegge, Alleman, ge? nannt, wovor zwey Pferde geſpannt, die von einem Knaben ge» führt werden.| 6|
Die Haufen werden mittelmäßig groß gemacht; 2, 23 bis 3 Fuß bey 13 bis 23 Fuß unterm Durchmeſſer, iſt nac) Arends ſehr. angemeſſen.
Mit dem Anzünden der Haufen darf nicht lange gezögert werden, weil ſie, wenn ſie nur 24 Stunden ſtehen, dann nicht mehr ſo gut brennen 3; es geſchieht an dem Ende der zu brens nenden Fläche, von wo der Wind kommt.
Je langſamer die Haufen brennen, um ſo beſſer iſt es, weil, wie Arends ſagt, man dadurch mehr Aſche, und dieſe von beſſe rer Qualität erhält, als wenn das Feuer raſch mit Flammen brennt.
Die Aſche wird ohne Verzug ſogleich ausgeſtreut, ſobald die Haufen niedergebrannt ſind. Dieſe Ausſtreuung muß ſorg- fältig geſchehen, und auf den Stellen, wo die Haufen geſtanden, muß ſie rein abgenommen werden, und es darf nicht das Min- deſte liegen bleiben, weil, wie Arends ſagt,„dieſe Stellen durch die Erhitzung allein ſo ſtark befruchtet ſind, daß, würden auch ſie mit Aſche überſtreut, zu befürchten ſtünde, daß'das Korn darauf zu geil wüchſe und ſich lagern, oder wenigſtens eine un- gleiche Reifung des ganzen Feldes erfolgen würde, daber gerin- gerer Ertrag*),
«) Dieſe Bemerkung iſt von Wichtigkeit, da fie ſich, wie vvn Arends nicht
anders zu erwarten iſt„ auf Erfahrung Küßt 3 ſie beweiſt, daß die Erd- krüme durchs bloße Crhizen an Fruchtbarkeit gewinnt, alſo das wirkliche Verbrentten des Rarens,= wie es beym Küttiobrennen geſchieht,= ver? mieden werden ſollte, weil dabey auch Humus zerſtört wird«
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