Druckschrift 
Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen

Vom Raſen s oder Plaggenbrennet. 83 (303)

wird. Die Krume wird unter dem brennenden Holze ganz mürbe und zerfällt beym Pflügen und Eggen ſehr gut. Es werden bierz auf ohne weiteres Bedüngen 3' bis 4 Exndten weggenommen, Do< wird, wie mir von Mehrern verſichert worden iſt, und wie auch. Hupel in der angeführten Schrift ſagt, nie der hohe Kör: nerertrag erlangt, der nach dem Küttigbrennen gewonnen wird. -- Was mir auch ganz natürlich vorkommt, indem ja der Haupt- gewinn für den Boden, nämlich- das Räuchern des Raſens anz verloren-geht, da das Feuer in frever Luft ſtets mit heller

lamme brennt und viel Düngendes im Rauch verflüchtigt wird. = Auch bin ich der Meinung, daß man in, vielen Fällen die Bäume und ſtarken Sträucher, auf irgend eine andere Weiſe wird vortheilbafter, als durch eine ſolche Rövung benußen fonnen,= Der Hauptvortheil ſcheint mir nur einig darin zu liegen, daß ohne vieles Pflügen und Eggen der Waldboden zur Aufnah- me der Saat geſchi>kt gemacht wird; glaube aber daß ſolcher Boden obne ein ſolches Verbrennen des Holzes eben ſolch hoben Ertrag geben würde, wie nach der Nodung.

Hupel giebt in genannter Schrift mit folgenden Worten noch ein Verfahren an:?

Die zweyte VerfahrungLart ſieht man häufig in Lettland (dem lettiſchen Thei! von Livland), auch am Peipusſee und no< anderwärts. Sie unterſcheidet ſich von der vorhergehenden da durch, daß man die Bäume und das Geſträuch nicht über den ganzen Boden ausbreitet, ſondern ſie reibenweiſe in lange, ziem= lich hobe Haufen, wie Wälle, Überemander thürm:. Wenn dieſe gehörig tro>en ſind, ſo zündet man den erſten an, und rollt odr wälzt ihn, ſobald er in voller Flamme ſteht, über das daneben liegende unbedec>te Land, bis zu dem folgenden Haufen, und ſo fort über das ganze Stück, damit daſſelbe überall durch Aſche undWärme fruchtbar werde. Dieß iſt abermals eine beſchwer- liche Arbeit.=- Wer den unbedeckten Boden zwiſchen den Hau- fen vorber umpflügt, ehe er die NRödung anzündet, der befördeit deſſen Fruchtbarkeit.

Auch bey dieſer Verfahrungsart geht der Hauptgewinn, den das Küttiebrennen gewährt, verloren.

Es verſteht ſich, daß das Pflügen zwiſchen den Baumſtoy- pen nur mit dem livländiſchen kleinen Pfluge oder mit einem ähnlichen AFerinſtrumente thünlich iſt.-

Die Ha>waäaldwirthſc<haft, wie ſie 3. B. in Fränken unnd Schwaben gewöhnlich iſt, hat auch etwas ähnliches mit dem Küttisbrennen, ſobald nämlich ein Theil des abgehauenen Hol- 3es- auf der Stelle verbrannt und die Aſche geſtreut wird; denn es wird dort auch abwechſelnd zwiſchen den Stoppen des abge- ſchlagenen Schlagho!zes der Boden zum Getreidebau ſo lange be- nußt, als es das wieder aufwachſende Holz erlaubt.

Vott Raſen- oder Plaggenbrennen.

- 6.140. Eine in vielen Gegenden ſebr bekannte und Das Räſen- häufig angewandte Art der Befruchtung des Bodens FUND iſt das Naſenbrennen, was Arends in ſeiner Ab? deſen Ver- handlungvom Raſenbrennen und dem Moor» ſchiedenheit

boden, Hanover 1826, ſo meiſterhaft beſchreibt, worau ENEN

ich hinverweiſe.