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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Ueber die inI N; j| x Livland Ubli- liche Weiſe, bereitet man in Livland Wa!dboden ,- der

Ye Nödung« mit Bäumen beſtanden iſt, zum Getreidebau vor, die

Die Lehre vom Dünger. 12. Abſchn. (302):

gentlich nur eine troFene Deſtillation vor ſich, wobey alles, was ſonſt beym Verbrennen im Freyen als Ruß und Rauch davon gebt, vom aufgelegien Raſen aufgefangen wird. Dieſe aufgefams genen Stoffe, nämlich kohlenſioffſaures Gas, das Kohb- lenwaſſerſtoffgas, die brandige Säure und das bran- dige Oel werden als Düngermittel dienen, Aber auch da, wo belle Flamme auflodert, aber dieſe an den aufgelegten Naſen ihre Schranken findet, werden ſich an dieſe Raſen düngende Sub- ſtanzen als Ruß anhängen.

8) Wird aber auth die zurückgebliebene Kohle den hinterher wachſenden Pflanzen nüßlich ſeyn.= Bekanntlich zieht die Koble ſehr ſtark Feuchtigkeit aus der Luft an ſich und bält ſie lange feſt, aber bey erhöhter Temperatur dünſtet ſie wieder aus, wo ſie den Pflanzeawurzeln bey heißer tro>ner Witterung zu Gutes kommt,

9) Die Raſenſtüke werden durchs Feuer mürbe, zerfallen dann leicht und ſo wird mit wenigem Pflügen und Eggen die Krume ſc<nell und gut zur Aufnahme dex Säaat geſchi>t ges macht, und' zwar auf eine viel vollkommnere Weiſe, als ſonſt

?eubruch, alte Dreeſchländereyen dur viele Bearbeitung urbar werden. Alles Unkraut wird auf lange Zeit vertilgt.

Da man das wirkliche Verbrennen der Raſenſtücke möglichſt vermeidet, ſo kann auch, beſonders bey thonbaltigem, lehmigem Boden, keine Zerſtörung des vorhandenen Humus Statt finden.=, Nur bey ſehr leichtem Sandboden wird der wenige darin ent- haltene Humus zum großen Theil zerſtört werden und auch iſt ſolcher Boden nicht geeignet, die beym Verbrennen des Holzes und der Grashalme und Wurzeln frey werdenden düngenden Sub- ſtanzen zu abſorbiren, wozu nur thonhaltiger Boden geſchi>t iſt.== Ich glaube daher wobl, daß Sandboden, der ſehr wenig un enthält, durchs Küttisbrennen eher verlieren, als. gewin? nen kann.

Ich glaube, daß die"günſtige Wirkung des Küttisbrennens no< beträchtlich erböht werden kann, wenn auf das Holz und den Strauch auch Torf, beſonders wenn dieſer ſchwefelbaltig iſt, gelegt und mit verbrannt wirdz was gewiß in mehrern Fällen, wo Torf in der Nähe iſt, mit weniger Koſtenvermeh- rung geſchehen könnte.= Der Boden würde in der Torfaſche auch Gyps erhalten und man<es ihm Nüpliche in dem; was beym Verbrennen des Torfs entweicht, abſorbiren.

139. Auf eine andere, dieſem Küttisbrennen ähn-

mir äber weniger gefällt, als das Küttigbrennen, und ich wohl ſchwerlich je einmal anwenden würde; doch /der Vollſtändigkeit wegen, werde ich das, was mir hierüber bekannt worden iſt, mittbeilen.

Es iſt dieß Verfahren unter der Benennung:R ödung eineKödung brennen bekannt. Man haut die Bäume oder bohes Geſträuch eines Stück Waldes herunter, läßt alles eine Zeitlang rubig liegen und tro>en. werden. Hernach wird bey günſtigem Wind und tro>nem Wetter das- Ganze angezündet, ſo, daß ſich das Feuer Über die ganze Fläche verbreitet. Die zulebt noch unverbrannten Holzſtücke werden weggenommen, wonach ohne weiteres der Same eingeſäet und untergepflügt