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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Vom Küttisbrennen, (391)

Grade ſüdlicher liegt.= Nur leider haben viele preußiſche Land» wirthe keinen. Wald, kein Stroh, kein Holz mehr, was ſie zu Gunſten ihres Akers zum Küttisbrennen verwenden können, da der größere Theil ihres Areals oder das Ganze in Acker Wieſe und Weide längſt verwandelt wurde, da man früher das Heil der Wirthſchaft in einer recht großen Ausſaat ſuchte.

Aber gewiß giebt es noh viele Gegenden in Deutſchland, wo das Küttisbrennen, wenigſtens einige Jahre lang'mit ſehr großem Vortheil angewendet werden könnte, Z. B. wenn ein bisber wüſt gelegenes, mit Strauch beſtondenes Terrain in die AFerrotation mit aufgenommen werden ſoll, ſo würde gewiß in manchen Fällen der Ertrag auf ſolchen Flächen um das Doppeite durch Küttisbrennen gebrac<ht'werden können, wodurch nicht als lein eine Menge Körner, ſondern auch= und was die Haupt« ſache ſeyn würde, eine Menge Stroh zur Düngervermehrung gewonnen würde=- womit nach dem Aberndten einiger Früchte die Flächen, wo Küttis gebrannt wurde, in hohe Kraft geſeßt werden könnten. Wie manche bedeutende Fläche, die jezt Wach» holder- und andern ärmlichen Strauch trägt und eine ärmliche Weide abgiebt, könnten ſo auf einen hohen Ertrag mit ſehr leich: zer Mühe gebracht werden.

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6. 138. Meiner Anſicht gemäß wirkt dieß Küttis8- Wie wirkt da Sennen auf mehrerley Weiſe: Küttisbrens

1) Dient die Aſche, welche der Strauch, das Gras und nen? ſeine Wurzeln geben 3 zur AuflöslichmaTung des vorhandenen unauflöslichen und adſtringirxenden Humus,

2) Wird durch die Erhizung des Bodens wahrſcheinlich auch der darin enthaltene Humus-auflögslicher; und vielleicht wird auch manche andere, der künftigen Vegetation günſtige Zerſe- hung durch dieſe Erhißung bewirkt,=- Gewiß wird dadurch die Thätigkeit des Bodens aufgereizt, vermehrt.

3) Thoniger Boden wird, wenn auch nur zum kleinſten Theile, in eine Art Ziegel gebrannt, der als Krümel ſtatt Sand dient und dann die allzugroße Bindigkeit des Bodens mildert und ihn mechaniſc< auflo>ert.

4) Werden gewiß durch die Hiße eine Menge Jnſecten getöd2 tet, ohne daß ſie gänzlich verbrannt werden, die hernach= ep auch vielleicht um ein Geringes= den Humus vermehren

elfen.;

5) Iſt der Boden kalk: oder mergelhaltig, ſo wird ein Theil des Kalkes gebrannt werden, und ſo auch in Gemeinſchäft mit der Aſche den ſauern Humus im Boden in nährenden Humus umwandeln,;

6) Der gebrannte Thon wird zugleich als waſſereinſaugen» des Mittel wirken.

7) Wird aber hauptſächlich der Boden dadurch, daß er ge- räuchert wird, ſehr viel gewinnen. Alle die beym Verbren- nen frey gewordenen, ſonſt im Nauche fortgehenden Stoſfe wer- den von dem aufs Holz gelegten Raſen abſorbirt. Da die Küt» tisbrenner ſorgfältig jedes Durchbrechen heller Flamme zu ver: hindern ſuchen, indem ſie jede entſtandene Oeffnung ſorgfältig mit Raſen bede>en, ſoindet nur ein Verſchwelen und wenig Verbrennen mit heller Flamme Statt. Mit einem Theil. des untergelegten Holzes und der.Sraswurzein geht wohl auch ei: