Druckschrift 
Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen

Vom Küttisbrennen. 79

(299)

Dieſe Art, Küttis zu brennen, hat den Vortheil, daß ſehr wenig Srrauch, und kein Scheit: oder grobes Holz dazu ex- forderlich iſt, und beſonders bey niedrigem Boden, der ſtark mit Unkrautwurzeln durchwachſen iſt, ſo viele Aſche erzeugt wird, daß man ſie weaführen muß uud damit andere Stellen im Felde dünaen kann. Die Vortheile dieſer Art, Küttis zu brennen, ſind einleuchtend, und ſie verdienen wohl, dem Landmann bekannt zu

BEST) y werden.

6. 137. Hupel' ſagt in ſeinem ökonomiſchen Wirkung des Handbuche für Liy- und Ehſtländiſche Guts- Küttivbren- herren undihre Disponenten, Riga 1796, Folgen: 0 des über den Küttis:

Dieſe wirklich ſehr beſchwerliche Arbeits giebt ſelbſt bey uns günſtiger Witterung reichliche Erndten; man baut 12 bis 20fäl2 tig, auch wohl drüber. Daher iſt dieſe Art der Fruchtbarma»- <ung-ſol<en Gütern zu empfehlen, die an Wald, ſonderlich an Strauch, einen Ueberfluß haben. Wenn ſich bingegen daran ein Mangel äußert, ſo muß weder Hof, no< Bauer einen Küttis machen, weil Holz für uns eins der erſten Bedürfniſſe iſt. Zwar wähnen Einige, daß der Strauch ſchyell genug jährlich wieder nachwachſe 3 aber durch Küttis wird derſelbe zu ſehr verwüſtet.

Einige verabſcheuen den Küttis aus einem ganz andern Grunde; ſie hegen nämlich den Gedanken, als verderde derſelbe den Boden auf immer; eben daher.iſt in Livland ſeit vielen Jah» ren den Krongütern alles Kütrisbrennea unterjagt, und nur el- nen kleinen Nübenküttis zu machen, erlaubt worden. Aber jene Meinung. iſt ungegründet, wie die Buſchländereyen der Privat»

üter unwiderſprechlich beweiſen. Denn ſeit Jahrhunderten bd- en Höfe und Bauern ihre. Buſchländer*) gemeiniglich nach 16 bis 20 Jahren zu Küttis gemacht, 4 bis 5 ſchöne Erndten davon genommen, und ſie dann wieder liegen laſſen, bis ſo vie! Strauch darauf ſteht, daß man ſie abermals brennen konn. Das durch iſt der Boden keineswegs verdorben 3 vielmehr ſteht may; daß er, ſobald ſeine Bearbeitung aufhört, wieder Gras und Strauch hervortreibt,. Wie könnte auch;das. kleine Feuer von einem Strauchbund oder von etlichen Holzſtü>en die Erde vers wandeln, zerſtören und ganz unfruchtbar machen? Nichts vera brennt dabey, als die rroFenſten Sragswurzeln: aber die Aſche giebt eine ſchöne Düngung, und das Feuer erwärmt den Erdbo» den und brinat vielleicht ſein fruchtbares Salz in Bewegung,=- Oft läßt der Ehſte ein Stü> von ſeinem Bruſifelde**) eine Zeit» lang liegenzund beraſen, weil es ibm an Viehdünger fehlt; dann' brennt er es zu Küttis 3 aber nie hat man bemerkt, daß dadurch der Boden ſchlechter wird z nach etlichen Erndten legt der Bauer wieder Miſt darauf und nutt dieſe Stelle wie ſeine übrigen Bruſtfelder.= Sogar ganze Hoflagen(Vorwerke) haben ihre

*«) Buſchländer nennen die Livländerdie Außenländereyen, welche nach einer Zwiſchenzeit von 12 bis 20 Jahren etwa 3 bis 4 Erndten geben und dann eine Zeit lang keine Früchte tragen, ſeldſt in dem Fall, wenn kein Strauch(Buſch) darauf zu ſehen iſt. Iſt kein Strauch darauf, der ge- ſchont wird, ſo dient ſol<mes Buſchland in der Zeit, wo es kein Getreide trägt, als Weide.

*y)"Bruſtfelder, iſt ziemlich gleichbedenttend mit der Benennung:

Binnenſc<hläge,;B innenfelder, derjenige Ater, welcher alljähr» lich mit dem Pfluge bearbeitet wird.

258

IM