Das Wieſendüngen. 73
(265) Waſſer ſeine düngenden Beſtandtheile an denſelben abgeben kann. Nach etwa 14 Tagen legt man ſie wieder auf einige Tage tro>en, läßt aber nachher, wenn noch kein Froſt eingetreten ſeyn ſollte, das Waſſer nochmals darüber hinlaufen, um dem Boden, ſo viel es nur die Zeit erlaubt, düngende Theile zuzuführen. Es kann eine Wieſe im Herbſt nicht leicht zu viel bewäſſert werden, und es iſt gut, wenn das Waſſer ſo weit reicht, daß eine öfters wiederholte Bewäſſerung aller Stellen Statt finden kann. Es ſchadet nichts, wenn die Bewäſſerung einfriert und die ganze Wieſe mit. Eis bede&>t wird.
Im Frühjahr muß, ſo viel als nur mögli iſt, das Thau- waſſer NEN verden, weil dieſes die meiſten düngenden Theile mit ſich führt. Darum müſſen zuerſt mehrere Menſchen zur Lei- tung der B? 908 angeſtellt werden, damit keine Zeit verſäumt wird, und ſich nicht das. beſie V Waſſer unbenußbt verläuft.
Nochdem alle Stellen 14 Tage bis 3 Wochen lang berieſelt worden ſind, werden ſie unge fähr 8 Tage tro&en gelegt, bernach aber' wieder etwa 14 Tage hindurch bewäſſert, und dann wieder damit auf“ einige Tage ausgeſepbt.. Dieſe Wieder PS(UDA kann mehrere Male Statt finden, nur iſt jedes Mal die Bewäſſerungs2 zeit abzukürzen, ſo daß ſie am Ende nur 4-- 6 Tage lang dauert. IWWenn das Gras ſchon Ziemlich in die Höhe gewachſen iſt, legt man die Wieſe eine Zeit lang ganz tro&en. Späterhin, wenn die Wit» terung ſehr trocken iſt, kann man die Berieſelung wiederholen, und dieß nie länger, als eine Nacht, und nur alle 3 Tage an- halten kaſſen.= Ader dann muß dieß bey troF&ner Witterung bis einize Tage vor vem Graghauen fortgeſezt werden, weil ſonſt die an die| Feuchtigkeit gewöhnten Pflanzen welken und umz fallen würden.
Nach dem Aberndten des erſten Schnitts kann die Berieſe- lung in derſelben Art, wie für den erſien Schnitt angegeben wurde, von Neuen angefangen und fortge ebt werden.
Dieſe Art der Bewäſſe rung iſt aber nicht allein zur Bedün- gung, ſondern auch zur“ Trän tung der Pflanzen geſchi>t. Aber vielfältig geſchieht die Bewäſſerung nur im Frühjahr bis dahin, wo die Vegetation ſtark eintritt, und zu erwarten iſt, daß die Witterung obne Unterbrechung warm bleibt z dieß geſchieht bloß, um dem Boden düngende Subſtanzen zDaUFÜBren, Jenes iſt nur auf ſehr. trocke ſ vtbi!| Letztere hinreiche nd.
Wenn Weideflächen berieſelt werden, ſo darf man nicht fürch- ten, daß es den Schufen 9 od der andern Thieren nachiheilig iſt, wenn bald danach ſie varauf geweidet werden. Nur wird es doch gut
ſeyn, die Weide vorher gut abtro&nen zu laſſen, beſonders deßs halb, weil ſonſt die Thiere in den naſſen Boden tief eintreten, und ſo Scaden thun würden.
Vom Düngen mit künſtlich zubereitetem Waſſer.
6.133. Außer dieſer Düngung mit Waſſer im natür: ZUE Dun8908 lichen Zuſtande, wendet man auch no< künſilich zuberei- mie Fand
zubereitetem tetes Waſſer zum Düngen, beſonders der Obſtbäume an.* Waſſey.
So bediente ſich der Eig gentyümer eines Gartens des gelöſch- ten Kalks, um unfru äre Pfirſichbäume tragend zu machen z rx miſchte nämlich Sand"daruntes, und verdünnte ibn, mit Wab


