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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Das Wieſendängen,

(283) möglichſter Höhe, wit einem ſehr geringen Gefälle fortgeleiiet, Die unterhalb dieſer Canäle liegende Fläche kann nach einer ſol: <en Vorrichtung zur Wieſe eingerichtet werden, auch wenn ſie theilweiſe früher als Aer oder Weide, oder gar nicht benußt wurde, denn ſie kann dur<h das Waſſer aus den Canälen nicht allein in einem feuchten, ſondern auch in einem fruchtbaren Zuſtande erz halten und ſo höher als früher, benupt werden.

In dieſen Canälen werden von Stre&e zu Stre>e leine Schleuſen, die ſehr einfach und wenig koſtſpielig ſeyn können, angebracht. Oberhalb dieſer Schleuſen wird ganz nahe daran ein kleiner Graben angebracht, welcher in mehrern Aeſien nach verſchiedenenen Seiten hin ausläuft.

Dieſe Schleuſen und kleinen Gräben(Krippen) müſſen mit vieler Ueberlegung immer an den rechten Stellen angelegt, und dann kann in den Letztern das Waſſer überall hingeleitet ynd ſo jede Stelle der Wieſe bewäſſert werden,

Dieſe rechten Stellen ſind entweder durchs Nivelliren, aber auch, und oft beſſer mit dem bloßen Augenmaaße und durch verſchiedene Verſuyc<e auszumitteln.=- Eine ſolche kleine Schley» ſe braucht man nur aus zwey,Pfäblen, die auf der einen Seite einen Falz haben, und aus einem Scubbret, was in dieſe Falzen eingeſchoben werden kann, beſtehen 3 ſie. iſt darum ſehr leicht von einer Stelle zur andern verſebt, wenn mon fiebt, daß fie nicht am rechten Orte angebracht iſt, und man eine beſſere Stelle für ſie ausgeſucht hät.

Die kleinen Grähen ſind auch gewöhnlich nur fla) und ſchmal, wenn ſie ihre Dienſte thun ſollen, auszugraben, ſie ſind darum auch leicht und ohne großen Kraft- und Koſtenaufwand NNEN zuzumachen, und an einer paſſendern Stelle neu zu graben.

Sind die Hauptcanäle richtig angelegt, was wobl nur nach einem vorausgegangenen Nivellement möglich iſt, ſo können wirk» lich nach und nad) ſebr leicht jene kleinen Schleuſen und Gräaz ben an die beſten Stellen hingebracht werden 3 venn der aufmerk: ame, thätige Wirty wird, während das Berieſeln einer Wieſe im Gange iſt, oft hingehen und ſehen, wie ſich die Sache macht, und da wird er immer etwas zu verbeſſern finden, und ſo es nach und nah 1 einiger Vollkommenheit bringen.

Wenn die Canäle nicht tief und breit ſeyn dürfen, ſo ſind vielleicht, nicht ein Mal überall die kleinen Schleuſen nöthig, indem'an deren Stelle das Waſſer mit RaſenſtüFen, die aus den kleinen Gräben genommen wurden, abzudämmen, wodurc die Vorauslage ſehr verringert wird. Zwar wird hierdurd die Arbeit während dem Bewäſſern um etwas vermehrt, wenn keine kleinen Schleuſen vorhanden ſind, doch) kann der Mann, wel- <hem die Leitung des Ganzen anvertraut wurde, mit geringew Kraftaufwande dieſe kleinen Raſendämme anlegen und wegneh- anen, bey wenigem Waſſer, womit die Bewäſſerung einer Wieſe nur nach und nach bewerkſtelligt werden kann, können die klei» nen Schleuſen leicht ſo eingerichtet ſeyn, daß ſie mit ſehr'we- nig Mühe von einer Stelle zur andern zu bringen find, und ſo eine Schleuſe nach und nac< an viele Steilen gebracht werden kann, alſo uus einige fürs Ganze vorräthis[epn dürfen,

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