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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Das Wieſendüngen.

(261) viele Aufmerkſamkeit. Geübte Wieſenbeſtauer haben ihre Merk- male, woraus ſie ſchließen, daß kein ſtarker Froſt mehr kommen wird, und andere, woran ſie ſehen, daß die Pflanzen unterm Waſſer ſchon zu leiden anfangen,'= Wenn ſchon an dem Rande ſich grünlicher Schaum auf dem Waſſer zeigt, dann iſt es Zeit, das Waſſer raſch herunter zu laſſen.

Wenn durch die Wieſe ein Bach geht, deſſen Waſſer zu Gunſten derſelben aufgeſiauet werden kann, ſo iſt zuvor zu un- terſuchen, ob dieſes Wäſſer düngende Theile enthält und mit ſich bringt.== Entſpringt es vielleicht ganz in der Nähe der Wieſe, vielleicht in einem torfigen, ſehr eiſenhaltigen Grunde, enthält es weder Kalk, noh Gyps u. ſ. w., nimmt. der Bach nicht zuvor Waſſer auf, was von fruchtbarem Boden, aus Dör- fern, von Viehweiden kommt, ſo wird es ſelten lohnen, einiz germo3en bedeutende. Koſten auf die Anlage einer Beſtauung ei- ner ſolchen Wieſe zu wenden z denn wenn das Waſſer ſehr we- nig oder gar keine düngenden Theile enthält, ſo wird die Er- tragserhöhung der Wieſe entweder gleich Null, oder doch ſehr unbedeutend ſeyn 3; denn das Waſſer wirkt dann nur tränkend, aber nicht näbrend,.

Bey der Anlage einer Beſtauung muß geſucht werden, alles Frühjahrswaſſer, was Gefälle nach der Wieſe zu hat und dün- gende Theile mit ſich führen kann, durch Gräben nach der Wieſe hinzuleiten.

Es trifft ſich häufig, daß das Thauwaſſer im Frühjahr aus den Dörfern, Höfen und von den Ae>ern, ohne daß es das Mitgenommene irgendwo abſetzen kann, in einen Bach oder Fluß läuft, was mit wenig Koſtenaufwande auf eine Wieſe geleitet und dort aufgeſtauet werden könnte. Würde das überall be: nubt, ſo würde oft der Heuertrag bedeutend erhöht werden,

Auf dieſe Weiſe kann man ſich Dünger, den man nicht ex- zeugt hat und der ſonſt ganz verloren gehen würde, aneignen und zu Nute machen, und ſo der Wirthſchaft eine große Bey» bülfe verſchaffen.

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6. 128. Das Berieſeln, Bewäſſern der Wieſen iſt Ueber das Be-

auch eine Bedüngung derſelben, ſobald das dazu benutzte ZE EC:

T ang Waſſer kein reines iſt, ſondern düngende Beſtandtheile HERNER in ſich enthält.

So enthält manches Quellwäſſer, beſonders das, was an bohen Gebirgen bervorkommt, viel Kohlenſäure, Gyps, Kalk u. dgl. mehr. Können damit Wieſen berieſelt werden, ſo iſt in vielen Fällen die Wirkung auf den Heuertrag ſehr groß. Im ſächſiſchen Erzgebirge ſind auf dieſe Art an hochgelegenen Ab» hängen die ſchönſten Wieſen entſtanden, wenn die Berieſelung zwe>mäßig angelegt und geleitet wird, einen ſehr hohen Ertrag an Heu gewähren.

Wie ſehr der Boden ſolcher Wieſen im Stande iſt, ſich die im Waſſer ihm zugeführten düngenden Stoffe anzueignen, geht daraus bervor, das das Waſſer, was bereits über bedeutende Wieſenflächen wegging, und dann nod zu anderweitigem Bewäſ- ſern benutzt wird, entweder gar keine, oder doch nur eine ſebr geringe Wirkung auf den Heuertrag hervorbringt, So wollte ich in Sachſen einen Bach, welcher aus einem nahe gelegenen

der