Die Lehre vom Dünger. 114. Abſchn, (260) den in den meiſten Fällen die aufgewandten Koſten nicht durch den herbeygeführten höhern Ertrag vergütet werden. Der gute Erfolg einer Wieſenbeſtarung oder Berieſelung wird immer größ2 tentheils der düngenden Kraft des gebrauchten Waſſers zuzuſchrei- ben ſeyn 3 denn wäre dieß nicht düngend, ſo würde bald auch der beſte Wieſenboden ſo erſchöpft werden, daß er troß allem Feuychthalten wenig oder gar keinen Ertrag mehr geben könnte. lleber das 6. 127, Wenn eine Wieſe beſtauet werden ſoll, ſo DEGEN der wird ihr= gleich einem Teiche= an ihren tiefern Wieſen.' Grenzen ein Damm, woran eine Schleuſe angebracht iſt, gegeben. Dieſe Schleuſe wird im Herbſte theilweiſe oder auch ganz geſchloſſen, damit alles Negen- und“ Schneewaſſer, was beym Aufgehen des Winters von den angrenzenden Acker- und Weideländereyen, vielleicht auch aus den Dörfern, von den Landſtraßen u. ſ. w. nach“ der Wieſe zuläuft, in derſelben auf: gehalten wird,=- Der Schnee, welcher lange lag,“nthält meb- rere düngende Stoffe, die theils) aus der Atmoſphäre niederge- ſchlagen, theils von Thieren und Menſchen mitgetheilt wurden. Das Schnee- und Regenwaſſer nimmt aber auch während des Aufthauens von den Stellen, worüber es wegläuft, düngende Theile aus der Erde, ja vielleicht aus den Miſtſtellen in-den Höfen. mit fort. Je reicher der umliegende Aker iſt, und 12 mehr Waſſer aus den Gehöften, von den Dorf- und Landſtra- ßen, von den Viehweiden, Aengern u, drgl. m. in die Stauwieſe kommt, deſto reicher an düngenden Beymiſchungen wird das Waſſer ſeyn.
Solches Waſſer enthält Kohlenſäure, Humus, Extractivſtoff, no< unzerſeßte thieriſche Excremente u. dgl. m, 3 es laugte auch vielleicht, wenn es aus Dörfern, aus Gehöften kam, Holz- und Torfaſche aus, die= wie es 3. B. häufig in Oſtpreußen und Litthauen der Fall iſt= vielleicht in Menze auf die Dorfſtraßen geworfen werden, und dann enthält es aud Kali, Gyps u.ſ. w.
Bleibt nun ſolches Waſſer einige Zeit auf det damit be- ſtaueten Wieſe ſtehen, ſv ſchlagen ſich mehrere der genännten Stoffe nieder, urid der Wieſenboden wird guch zugleich tie“ mit dieſem düngenden Waſſer geſchwängert, und. ſo auf eine lange Zeit in einem fruchrvarfeuchten Zuſtande erhalten.
Dieſes Ueberſtauen hat auch no<h das Gute, daß es den oft nach dem Thauwetter noch eintretenden Froſt von den Wie- ſenpflanzen abhält, die früher mit Schnee bede>t und darum weichlich geworden ſind, und vielleicht auch in der einige Tage eingetretenen warmen Witterung zu vegetiren anfingen, daher um ſo leichter erfrieren würden,= Dieß Erfrieren würde aber um ſo mehr. der Fall ſeyn, wenn das Stauwaſſer zu früh. von den Wieſen gelaſſen würde, weil unter demſelben die Pflanzen um ſo weichlicher, und darum um ſo empfindlicher gegen den Froſt wurden.'
Nur darf. das aufgeſtauete Waſſer auch nicht zu lange auf den Wieſen ſtehen, weil ſonſt mehrere der beſſern Pflanzen 102 ſten, verfaulen, alſo verloren gehen, und an deren Stelle leicht Sumpf- und Waſſerpflanzen empor kommen!
Es iſt darum nicht ganz leicht, den rechten Zeitpunct zum Ablaſſen des Waſſers von den Stauwieſen zu treffen 3 es erfor- dert dieß eine genaue Bekanntſchaft mit dem Gegenſtande und
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