Druckschrift 
Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
Entstehung
Seite
67
Einzelbild herunterladen

Das Wieſendüngen, 67

(259)

Durch ſolches Ausfüllen können tiefe Stellen, die zeither nur ſchlechte Sumpfgewächſe, vielleicht obenein in geringer Menge brachten, ſehr verbeſſert werden. Zur Grundlage kann vielleicht Erde von Hügeln, die auf der Wieſe ſelvyſt ſind, oder in- deren Nähe liegen, genommen werden, wodurch nicht allein Koſten erſpart, ſondern auch vielleicht die Stellen, wo der Hügel war und die zeither ihrer hohen Lage halber wenig Heu. gaben, nie- driger gelegt und ſo verbeſſert werden. Nur darf man es hier- bey nicht verſehen, wieder fruchtbare Erde auf dieſe Stellen zu bringen, wenn, wie gewöhnlich, der nun hervorgekommene Un» tergrund nicht fruchtbarer Boden ſeyn ſollte.

9. 124, Die beſte und vielleicht für die meiſten Fälle Beſte Zeit bequemſte Zeit zum Auffahren der Erde auf Wieſen iſt NUGEAUNCE wohl der. Herbſt; denn erſtens ſind da die Wieſen abge- erndtet, zweytens gefriert den Winter hindurch die Erde, und wird dadurc, mürber, läßt ſich darum im Frübjahr um ſo voll- kommener zertheilen, die Gragpflanzen können dann auch um ſo beſſer durch/ und"ſie iſt überhaupt dann um ſo geſchi>ter, Pflanzen zu tragen und zu ernähren z; drittens iſt nach vollbrach- ter Wintergetreideſaat mit einem Theil des Angeſpanns und der Leute vielleicht nichts Vortbeilhafteres zu thun, als dergleichen Verbeſſerungen des Grundſtüc>s zu unternehmen.

9.425. Wohl thut man, wenn man die auf die NING Wieſe gebrachte Erde auch ſogleich oder bald nach dem SIUERKES Auffahren, ſo gut es ſich thun läßt, aus einander brei: Walzen der ten läßt, damit ſo der Froſt um ſo beſſex darauf wir» Cxde, ken kann.

Im Frühjahr kann wan dann ein volkommneres Augbreiten vornehmen, wenn die vielleicht im Herbſte noch harten Erden= klöße recht mürbe gefroren und theilweis ſchon zerfallen ſind.

Dann wird die Wieſe tüchtig in die Länge und Quere 62: eggt, hernach mit dem paſſendſten Gras- und Futterkräuterſamen beſäet und noch einige Male beeggt,-- Te höher die aufgefah- rene Erde liegt, um ſo ſchlechter die Gragxnarbe vorher war, deſto dichter muß der Same aufgeſtreut werden. Wenn aber die Erde ganz dünn aufgefahren wurde, die Gragsnarbe nicht ganz ſchlecht war, nur alles dürftig wuchs: ſo. iſt vielleicht gar- kein Beſäen der Wieſe nöthig, indem die Gragarten, die zuvor ſchon da wa» ren, leicht durch die dünne Schicht der aufgefahrnen Erde hinz durch wachſen:

Iſt alles eben und eingeeggt, ſo wird die Wieſe mit einer

es ſchweren Walze gewalzt, was mehr als einmal geſchehen ann.

Vor Bewäſſern der Wieſen.

9. 126, Selbſt das Waſſer wird zur Düngung an- Das Beſtauen gewendet, und zwar theils in natürlicher Beſchäffen- BEAN 2 Db theils wird es auf künſtliche Weiſe dazu vorbe: einBedüngen. . Das Beſtauen und Berieſeln der Wieſen iſt gewöhn: lich nichts anders, als ein Düngen mit Waſſer; denn nur in ſeltenen Fällen wird dabey das Waſſer bloß zum Befeuchten des Bodens, zum Tränken der Wieſengewächſe dienen: denn ſo wür-

' FEE