30 Die Lehre vom Dünger. 5. Abſchn.
(186) beiter ins richtige Verhältniß zur Zahl der fahrenden Wagen und nach Befinden zur Größe der Fläche zu ſetzen weiß. Förderung der+ 53./ Damit weder das Angeſpann, noch die Miſt- EIA lader müſſig ſtehen, iſt ein Wechſelwagen nöthig, der Wechſelwagen. hßoladen wird, wenn die vollen und leeren Wagen hin
und' hergehen. Wenn 3. B. bey FE Entfernung des Ackers-
von der Miſtſtätte mit drey Geſpann Miſt gefahren wird, ſo muß die Zeit ſo abgemeſſen ſeyn, daß das eine Geſpann auf dem Her- wege ſich befindet, wenn das andere hingeht, und das dritte auf dem Felde zum Abladen befindlich iſt, während der Wechſelwa- gen beladen wird, und daß wo möglich nie ein Geſpann auf das Aufladen warten muß. M 4-,
Berechnung Ein tüchtiger Mann kaun in einem Täge 3" bis 170 Fus
der Arbeit» der(3 2000 Pfund) und eine Frau 4 bis 6 Fuder"Miſt laden. Es kommt nun auf. die Zahl der gehenden Geſpanne und auf die Entfernung des Ackers an, wie viel Auflader zu beſtel- len ſind.
Fortſezung- 6, 54, Um beürtheilen zu können, wie viel ein Arbei- ter von=jeder Art Arbeit verrichten kann, und um auch eine Con» trolle Führen zu können, wenn man nicht ſtets dabey ſtehen kann, iſt es eigentlich nöthig, daß, ein'jeder Landwirth bey jeder Art Arbeit ſich eine beſtimmte Zeit hinſtellt und Acht giebt, wie viel während deſſen geſchah; hierbey muß er freilich berüſichtigen, daß, zumal; wenn die Leute nicht immer unter ſtrenger Aufſicht ſtehen, ſie. ſich dann vft zu ſehr angreifen, wenn gerade der Herr zu: gegen iſt, daß ſie das aber nicht für die Dauer aushalten kwnnem Um nun einiges zur Norm zu geben, will ich immer auf Erfah- xung gegründete Säte zum Beſten geben, und ſv. auch hier noch ſagen, daß ein Mann in einem Tage 3 Morgen unlängſt gefah» xenen Miſt bey einer ſtarken Düngung ſtreuen kann, daß er abey nicht ſo viel verrichten Fann, wenn er zu Klumpen getrockneten Miſt regelmäßig ausſtreuen ſoll z eine Frau verrichtet hier in der Regel mur halb ſv viel, als ein tüchtiger Mann.
Zum Einharken des Miſtes; in die offene Furche iſt für jeden Pflug, eine ſchwache Frauensperjon oder ein Knabe hinveichend.
ODbenaufdünz- 6. 55.- Den Miſt" nicht unterzupflügen, ſonöern ihn gen. über die Saaten zu ſtreuen, kann nur im Fall dep/Noth/ wenn nämlich vor der Saätbeſtellung der Dänger nicht vorhan- den war, einigen Nuten gewähren; es iſt aber nicht als Negel anzurathen." J< habe in dieſer Hinſicht mehrere comparative Verſuche angeſtellt, und gefunden, daß dieſelbe- Quantität Miſt untergepflügt mehr, als noch einmal ſoviel Effect“äußerte, als der oben auf die Saat geſtreuete; und ähnliche Reſultate habe ich auf den Feldern Anderer bemerkt.
Soll es ja geſchehen, ſo muß der Miſt, wenn er wirklich etwas Erhebliches leiſten ſoll, in einem ziemlich verfaulten Zu- ſtande ausgeſtreuet werden, damit Negen und Schneenäſſe ihn auslaugen und den Extractivſtoff der Ackerkrume und den Pflan- zen zuführen kann 3; noch unverfaulter ſtrohiger Miſt kann nur wenig auflösbaren Stoff abgeben, und das Uebrige bleibt un: verfault auf der Ackerfläche liegen, und kommt zum kleinen Theil erſt einer nachfolgenden Frucht zu Gute, oder geht auch wohl
ganz für den Zwe verloren.


