Die Lehre vom Dünger.
Fünfter Abſchnitt,
Von der Vertheilung der Miſtfuhren und verſchiede- nen Streumitteln.
6. 51.. Bey der Fruchtwechſel- oder der verbeſſerten Zeit zum Dün: Dreyfelderwirthſchaft iſt eine zweckmäßige Vertheilung 9*fahren» der Miſtfuhren beſonders wichtig, damit die Zeit möglichſt gut benutzt und der Miſt in möglichſt ſchnellen Umſatz geſest wird.
So kann 3. B. im Frühjahre ein großer Theil des Winter«2 miſtes zu den Futter- und zu den Schotengewächſen, und wenn Sommerrübſen, Tabak u. dergl. mehr gebauet wird, auch zu die- ſen Gewächſen gefahren werden. Wird Winterraps und Winter- rübſen gebauet, ſo wird hierzu im ſpäten Frühjahr oder im An- fange des Sommers der Miſt gefahren. Auf die Nauhbraache für Winterroggen-und Weizen wird der Miſt im Juny. gebracht.
. Die Kleeſtoppel oder der Theil, welcher ungedüngt Erbſen trug, wird im Herbſt kurz vor der Winterſaat bemiſtet, und im Spät2 4350 Fann zu Kartoffeln und Rüben der Miſt ausgefahren werden.
Bey der alten Dreyfelder- und bey der Koppelwirthſchaft iſt die Miſtfuhre gewöhnlich zwiſchen der Sommerſaatbeſtellung und der Heuerndte, alſo das Jahr über nur einmal, und ſo hat na- türlich der größte Theil des Miſtes einen hohen Grad von Fäul- niß angenommen, bevor er in den Acker gebracht wird, Ein Haupt- vortheil hierbey ſcheint zu ſeyn, daß ſo der Miſt am Gewicht und Volumen ſebr verliert, folglich weniger hinauszufah“"" und die ganze Miſtfuhre in kurzer Zeit abgemacht iſt, als wt der- ſelbe in einem. minder verfaulten Zuſtande ausgefahren worden wäre. Ob aber dieſer Vortheil nicht zu theuer erkauft ſeyn ſollte?(6, 21.).
9. 52. Es iſt bey der Augsfuhre, dem Streuen und Nöthige Rü: der Unterbringung des Miſtes ſo gut, wie Überall, ns- ſichten. thig, daß der Landwirth es ſo wenig, als möglich, koſtſpielig zu bewirken ſucht;- dieß geſchieht, wenn er erſtens die Miſtfuhre zur zwe>kmäßigſten Zeit anſtellt, und: wenn er die Zahl der Ar-
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