Von der Vertheilung des Miſtes. (231)
die Oelgewächſe, Rüben und dergl. mehr, verlangen eine ſtarke Düngung, andere, 3 B. die Halmfrüchte, Erbſen, Wien und dgl,, eine ſchwächere. Wird 3. B. in einer Rotation, vielleicht in 7-8 Jahren, zweymal gemiſtet, das eine Mal vielleicht zu Raps und etwa 3 Jahre ſpäter zu Roggen vder Erbſen, ſo iſt das erſte Mal eine ſtarke Miſtdüngung nöthig, das zweyte Mal eine ſchwache hinreichend.
Es muß daher gleich bey Entwerfung eines Bewirthſchaf2 tungsplanes und bey Einrichtung irgend eines Felderſyſiem Überlegt werden, wie oft und wie ſtark der Aer gemiſtet wer- den, und auf welche Art der hiezu nöthige Miſt bherbeygeſchafft werden ſoll,
6. 31. Bey der alten Dreyfelderwirthſchaft macht ſich freilich dieſe Vertheilung viel leichter, als in einer mehr complicirten und zwe>mäßig eingerichteten Wirthſchaft 3; aber doch iſt es au da räthlich, zu Überlegen, wohin der Miſt dieſer oder jener Thier- art, wohin der mehr oder minder verfaulte, wohin eine ſtarke und wohin eine ſchwächere Düngung am zwe>mäßigſten zu brin- gen iſt, oder welcher Theil der Brache, im Fall der vorhandene Miſt nicht für das ganze Feld ausreicht, am beſten no ohne friſche Düngung eine Winterfrucht trägt.
Bey der Fruchtwechſelwirthſchaft und bey der verbeſſerten Dreyfelderwirthſchaft iſt aber auch noh überdem zu berückſichti: en, welcher Frucht der Miſt dieſer oder jener Thierart am be- en zuſagt, welche eine ſtarke Düngung verlangt, und welche mit einer ſchwächern vorlieb nimmt 3 welche Frucht im friſchen Miſte am vorzüglichſten gedeihet, und welche als zweyte oder dritte Frucht nach friſcher Bemiſtung vortheilhafter gebaut wer den kann.
6. 32. Für mehrere Früchte, beſonders für die Halm- und Schotenfrüchte, giebt es ein Maximum in der Düngung für jede gegebene AFerkrume, dem man nahe kommen muß, aber welches man nicht ungeſtraft überſchreiten darf. Eine allgemeine Regel aber läßt ſich hierin nicht angeben z ſondern der denkende
Landwirth wird für ſein Areal die Regel zu finden wiſſen.
- Durch eine zweEmäßige Vertiefung wird den Nachtheilen, die aus einer zu ſtarken Düngung hervorgehen könnten, am DA Tmfien vorgebeugt, und der Bau vielex Früchte um ſo ſicherer.
Aber man thut auch, wenn es wirklich zu einem hohen Dün- gerſtand gekommen iſt, wohl, nicht zu den Halmfrüchten, ſon- dern zu andern Früchten, z+ B. zu Wurzelgewächſen, zum Kohl, Raps, Rübſen, zu Futterwi>ken u. ſ. w. zu düngen, und einige vder mehrere genannte Gewächſe als Vorfrüchte für die Halm- früchte zu bauen.
9. 33. Mehr Sorge macht es, den Miſt zwe&mäßig zu ver- theilen, wenn es noch im Ganzen daran fehlt z in vielen Fällen iſt es da räthlich, vorerſt den größten Theil des vorhandenen wenigen Düngers auf Vermehrung des Futters zu verwenden, und die noh nicht erſchöpften Ae>er, ohne friſche Düngung mit Stroh und Futter bringenden Früchten zu beſtellen, um ſo am ſchnellſten auf Düngervermehrung hinzuwirken,
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