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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Die Lehre vom Dünger. 3. Abſchn. (232)

Wenn viel erſchöpfter Acker und im Ganzen. wenig Dünger vorhanden iſt, ſo wird es oft Vortheil gewähren, hiervon einen Theil, vielleicht den allerentkräftetſten, vorerſt gar nicht zu bes ſtellen, ſondern ihn ſo gut wie möglich als Weide zu benutzen, und den wenigen Dünger nur auf den Aer zu bringen, der no< einige Kräfte hat; denn jener wird die Beſtellungskoſten nicht tragen, und die Kräfte werden unvortheilhaft verſchleudert, wenn aller beſtellt wird.

9. 34. Gewöhnlich wird die Stärke der Miſtdüngung nach der Fuderzahl angegeben, aber die Größe der Fuder iſt ſehr ver- ſchieden; ſo ladet man im Altenburgiſchen bis 24 Centner auf zwey Pferde auf, und hier in Litthauen ladet ein Bauer auf 3 Pferde kaum 6 Centner Miſt. Es iſt daher für den Land- wirth, welcher gern mit einiger Genauigkeit die Stärke der Düngung ſeines Ackers beſtimmen und Vergleichungen anſtellen will, ſehr nüßlich, wenn er das Durchſchnittsgewicht der Fuder Miſt, ſo wie ſie bey ihm gewöhnlich geladen werden, auszu- mitteln ſucht, was keine große Schwierigkeit macht. Hat man zu dieſem Zwe keinen großen eiſernen Wagebalken, ſo iſt auch ein hölzerner, der für jedesmal leicht juſtirt werden kann, hin= reichend; und es kann ja auch auf einige Pfunde hier nicht an- kommen, es iſt genug, wenn man 3, B, erfährt, daß ein Fuder Miſt 20 bis ,21 Centner wiegt.

9. 35. In'den Schriften unſers großen Lehrers Thaer ſind gewöhnlich die Fuder Miſt zu 2000 Pfund angenommen, und darum will ich auch ſolche Fuder im Sinne haben, wenn ich ferner in dieſem Werke von Miſtfudern ſpreche, damit die Vergleichung erleichtert iſt. 4

9. 36. Für einen Magdeburger Morgen werden 4 bis 5 ſolcher Fuder von 2000 Pfund als eine ſehr ſchwache, 6 bis 8 Fuder als eine mittlere, 10 bis 12 Fuder aber für eine ſtarke Dün- gung angenommen.

9. 37, Es iſt in manchen Wirthſchaften gewöhnlich, beſon- ders da, wo der Miſt vierſpännig gefahren wird, daß ein Mann ſtets den Miſt vom Wagen mit dem Miſthaken herunterzieht, und dieß hat allerdings das Gute, daß hierzu der Verſtändigſte gewählt und darum um ſo beſſer eine gleichmäßige Vertheilung des Miſtes bewirkt werden kann. Doch werden dadurch die Koſten vermehrt und bey einiger Aufmerkſamkeit von Seiten des Aufſehers ſind alle Knechte ſo einzurichten, daß jeder den Miſt in gewünſchter Menge auf eine beſtimmte Fläche abzieht.

Am ſicherſten geht man, wenn man vorerſt beſtimmt, in welcher Entfernung die Reihen der Miſthaufen von einander entfernt"gefahren werden ſollen z hierbey dienen die Ac>erbeete am beſten zur Nichtſchnur, und es iſt nur zu beſtimmen, ob auf jedes Beet eine oder mehrere Reihen, oder ob auf mehrere Beete, wenn dieſe ſchmal ſind, nur eine Reihe Haufen kom- men ſoll,

Nun ſeßt man- ferner feſt, wie viel Haufen von einem Fuder im Durchſchnitte geſchlagen werden, und wie viel Schritt

u Entferaung zwiſchen jedem Haufen in der Neihe betragen oi.