Die Lehre vom Dünger. 3. Abſchn. (230)
theilen, und leicht eine ſtärkere Düngung einen Ueberreiz hervor- bringen kann, welcher den zu erbauenden Gewächſen nachtbei- lig werden kann, Entweder führt eine ſolche ſtarke Düngung Lagergetreide herbey, oder ſie bewirkt im heißen tro>nen Som- mer das Vertro&nen der Gewächſe. Letzteres findet dann"»ft Statt, wenn unmittelbar vor dem Säen mit der Saatfurche der Yeiſt in großer Quantität untergebracht wurde; in tro&nen Som- mern vertroc>net dann die Gerſte, der Klee und andere Gewächſe mehr ſehr leicht, und mißrathen oft auf dem reichſten Boden gänzlich. Auf ſolchem milden oder kalkhaltigen Boden hält aber auch eine'Miſtdüngung nicht lange nach, ſie muß alſo um ſo ſchneller wiederkehren.
Den ſtrengen Boden neunt man oft auch mit Recht kalten oder auch trägen Boden; es kommt ihm dann eine ſtärkere Miſt» düngung auf mehrfache Weiſe zu gute, indem ſie ihn zugleich wärmer und thätiger macht.
Der milde oder kalkhaltige Boden wird dagegen auch mit Recht warmer und thätiger Boden genannt, und er bedarf daher (En, einer künſtlichen Vermehrung ſeiner Wärme und Thä- tigkeit. 4-4 In dem ſehr viel verfaulten Miſt ſind natürlich die pflanz zennährenden Subſtanzen concentrirter, als im weniger verfaul= ten. Erſterer kann daher dem Volumen nach ſchwächer aufge- fahren werden, als lehterer.
Miſt, worunter wenig Stroh im Verhältniß zu den thieri- ſchen Excrementen befindlich iſt, kann in kleinerer Maſſe aufge- bracht werden, als der ſtrohreichere, indem das Stroh nach ſei- nem Verfaulen weniger Pflanzennahrung enthält, als ein gleiches Volumen oder Gewicht thieriſcher Excremente.
Aber es iſt auch zu berückſichtigen, daß der Miſt, welcher reich an. thieriſchen Excrementen iſt, und der ſehr verfaulte wes niger lange nachhält, als der ſtrohreiche oder wenig verfaulte, Es hängt aber auch die Stärke und das Wiederkehren einer Miſt- düngung viel von der Fruchtfolge und viel davon ab, welche Früchte in einer Reihe von Jahren gebaut werden, Werden 3. B. nur wenige Früchte unmittelbar nach einer Düngung ge baut, und bleibt dann der Acker einige Jahre als Weide und Brache liegen, ſo braucht die Miſtdüngung nicht oft wiederzu- kehren, und braucht auch nicht zu ſtark zu ſeyn 3 denn erſtens erſchöpfen wenige Früchte den A>er nur wenig, und er be: Fommt auch durch die weidenden Thiere und durch die ſpäter: hin umgebrochene und verfaulte Grasnarbe ſchon eine Dün- gung. Oder es werden in einer Reihe von Jahren mehrere den Boden ſehr erſchöpfende Früchte, 3- B. mehrere Halmfrüchte, nach einander gebaut, ſo muß eine verhältnißmäßig ſtarke Dün- gung oft wiederkehren;„wenn dagegen aber mehrere wenig oder
ar nicht düngerconſumirende, wohl gar dem Aer Kräfte ge- ende Gewächſe, wie z. B. der Klee, in einer Reihe von Jahren gebaut worden, ſo braucht die Miſtdüngung im Ganzen weniger ſtark zu ſeyn, und darf vielleicht nicht oft wiederkehren, Es MU aber auch bey einer zweckmäßig betriebenen Wirthſchaft richtig
gehandelt, wenn abwechſelnd für die eine Frucht ſtärker, für eine andere ſchwächer gemiſtet wird. Manche Früchte, 3 B


