Druckschrift 
Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen

Die Lehre vom Dünger.

Dritter Abſchnitt. Von der Vertheilung des Miſtes«.

6. 29. Die Aufmerkſamkeit des Landwirths iſt beſonders dar- auf zu richten, daß. der Miſt zwe>- und gleichmäßig auf den Acker komme, dieſer in gehöriger Stärke gedüngt, und daß hier- bey auf die. Verſchiedenheit des Miſtes, des A>ers und der Früchte Rückſicht genommen wird.

6. 30, Ein allgemeitter Maaßſtab, hinſichtlich der für eine beſtimmte Fläche nöthigen Quantität Miſt, kann nicht gegeben werden. Das hängt zu ſehr von den Örtlichen Verhältniſſen, von der Beſchaffenheit des Bodens und, des Miſtes, von der

beſtehenden Fruchtfolge und am Ende auch von der Menge Miſt, die man überhaupt hat, ab.

So viel iſt gewiß, daß ſtrenger, thoniger Boden eine ſtär- kere Düngung auf einmal verlangt, als der leichtere und mil- dere Boden; daß der letztere aber eine oft wiederkehrende Dütt2 gung fordert und in'der Regel auch gut bezahlt.

Die größere Maſſe Miſt gährt-in ſchwerem, thonreichen, kalfs freyen Boden vollkommener, als eine kleinere, und die während des Gährens freygewordene größere Menge Wärme theilt ſich der Ackerkrume mit und erwärmt dieſe ſelbſt. Eine größere Maſſe

Miſt lo>ert auh natürlich auf ſolc<em Boden mehr auf, als ei- ne kleinere.

Milder Boden, ſandiger oder kalkreicher Boden hingegen, braucht und bedarf nicht auf einmal eine zu ſtarke Miſtdüngung, indem ihre Wirkung in ihm raſcher vor ſich geht, als im thon- reichen und kalkfreyen Boden; daher wenig Dünger ſchon hin- reicht, ihm die nöthige Fruchtbarkeit für einige Früchte mitzu: