Druckschrift 
Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen

46

Die Lehre vom Dünger. (262)

lein zum- beſſern Gedeihen des Viehes, ſondern der Miſt gewinnt dadurch auch ſehr viel, um ſo mehr, je ſchneller er ausgefahren wird; denn das Vieh tritt ihn feſt, wodurc) eine vollkommnere und gleichmäßigere Gährung deſſelben eingeleitet-und das Ver- dünſten verhindert wird, Auf den aus den Ställen gebrachten und auf der Miſtſtätte ausgebreiteten Miſt kann noch Stroh, wenn davon genug vorhanden iſt, und das Vieh reichlich mit ſaftigem Klee gefüttert wird, geſtreuet werden, wodurch nicht allein der Miſt vermehrt, ſondern auch das Ausdünſten deſſel: ben noch mehr verhindert wird.

Wenn Miſt ausgefahren werden ſoll, ſo wird der. obere, noh zu ſtrohige, noch gar nicht von der Fäulniß angegriffene, auf die Seite und dahin gethan, wo bereits der in Fäulniß getretene abgefahren iſt; denn ſolchen Miſt in den Aer zu bringen, halte ich nicht für räthlich.

Behandlung des Sc<hafmiſtes.

6. 25. Der Schafmiſt bleibt in der Regel/ wenigſtens vom Herbſt ab' bis zum Juny, im Stalle liegen, und wird unmit: telbar aus dieſem auf den Acker gefahren. Ihn wöchentlich auf den Hof zu'bringen, läßt ſich ſchon deßhalb nicht thun, weil jedesmal die Krippen, Hürden u. ſ. w. weggenommen werden müßten, und das Ganze viele Arbeit und alſo auch viele Koſten verurſachen würde, indem zu, dieſem Geſchäft eigene Leute gehals ten werden müßten, da dem Schäfer keine Zeit dazu übrig bleibt. Es iſt daher nur dafür zu ſorgen, daß der Schafmiſt, beſonders vom Frühjahr ab, nicht gar zu troFen liegt, damit er nicht ver- brennen kann. Erhalten die Schafe ihr Saufen im Stalle, ſo, daß ſie ſaufen können, wenn es ihnen beliebt, ſo gewinnt da: durch der. Miſt ſehr, denn nicht allein ſaufen ſie ſo überhaupt mehr, was bey der ſtets tronen Fütterung ihnen ſehr gedeih= lich iſt, und ſie wriniren dann auch um ſo mehr, und hiervon geht für den Miſt nichts verloren, wenn ſie nicht nach der Tränke vielleicht einen weiten Weg gehen müſſen.

Als ich einige Winter verdünnt Branntweinſpülig den Scha- fen gab, wurde der Schafmiſt durch und durch ſpeckig.

Bekommen dieſe Thiere aber nur reines Waſſer, ſo ſaufen ſie doch nicht ſo. viel, daß von ihrem Urin dex Miſt genug Feuch: tigkeit erhielte, und da iſt es gut, im Frühjahr ihn tüchtig mit Waſſer einige Mal, von Zeit zu Zeit, zu begießen. Doch darf man dieß Begießen nicht übertreiben, wenn man nicht will, daß der Schafmiſt zu ſehr verfaulen und zu ſehr in ſeinem Volumen ſchwinden ſollz wie geſagt, es iſt gut, nur das Verbrennen deſ- ſelben zu verhindern. Im gewöhnlichen Zuſtande ſchwindet ſeine Maſſe nicht ſehr, und ich. habe bemerkt, daß ſehr wenig Feud): tigkeit dazu gehört, um ihn in einen erwünſchten Zuſtand zu verſetzen.

Wenn die Schafe auch im Frühjahr des Nachts in den Schafſtall kommen, ſo liegt' gewöhnlich obenauf erſt eine ſaftige, noch wenig verfaulte Schicht; das iſt der wirkſamſte Miſt, und dieſen laſſe ich deßhalb etwas dünner auf den Aer fahren, als die zweyte, gewöhnlich tro>nere, oft zum Theil verweſete Schicht,

1