2. Abſchn. Von der Behandlung des Miſtes. (263) Untex dieſer auf dem Grunde liegt eine dünnere, mehr ſpeckig verfaulte Schicht, der alle Feuchtigkeit, die ſich durch die lo>ere zweite Schicht durchſinterte, zu Gute kam,
Wie die Miſtſtätte anzulegen,
6. 26. Die Miſtſtätte und der Schafſtall müſſen ſo ange- legt ſeyn, daß der Miſt bequem mit dem Wagen weggefahren werden kann; darum muß eine tiefliegende Miſtſtätte Ein- und Ausfahrten haben, und darum iſt es auch gut, wenn keine Mit- telwände in dem Stall vorhanden, und die Säulen im Verband geſtellt ſind, damit der Wagen um ſo leichter in jeden Winkel gebrächt werden kann.
Vermiſchung des Miſtes,
6. 27. Für manche Fälle kann es. räthlich ſeyn, den Miſt von den verſchiedenen Thieren noh vor ſeiner Gährung unter» einander zu miſchen ,/ und ſo eine gleichmäßige Fäulniß zu be- wirken und eine gleichartige Maſſe zu bilden. Nur darf dieß nicht zu viele Arbeit und Koſten verurſachen, weil dieſe vielleicht nicht durch den dadurch herbeygeführten, in vielen Fällen gewiß ſehr kleinen Vortheil vergütet werden würden. Am mehrſten Vortheil bringt. es, den Pferde- und Schweinemiſt untereinan= der zu miſchen z denn was der eine zu hitzig iſt, das geht dem andern ab, und es iſt darum gut, die Schweine- und Pferde- ſtälle nahe zuſammen anzulegen. Wenn bey der eingeführten Sommerſtallfütterung die Kühe den Tag Über die längſte Zeit auf der Miſtſtätte ſtehen, ſo wird: dadurch ſchon einigermaßen eine Miſchung veranlaßt, denn die Kühe begehen ja auch den Pferde- und Schweinemiſt.
Auswahl des Miſtes,
6. 28. Wird der Miſt nicht auf der Miſtſtätte gemiſcht, ſo iſt es in vielen Fällen räthlich, von den verſchiedenen Thieren für verſchiedene Akerſcüe und verſchiedene Früchte auszuwäh- len, und nach dieſer getroffenen Wahl ausfahren zu laſſen. So gehört der Rindviehmijt«mehr für tro>ne Stellen und den leich- ten.Boden; der Schaf- und Pferdemiſt aber auf mehr lehmi- gen, thonigen Boden, auf feuchte und auf ſolche Stellen, wo er unauflöslichen Humus- zu zerſezen findet..
Auch gedeihet die eine Frucht mehr im Schafmiſt, die andere beſſer im Rindviehmiſt u. ſ. w., und darauf kann bey Verwen- dung deſſelben ſo viel als möglich Nückſicht genommen werden. Auch iſt es räthlich mit den verſchiedenen Miſtarten zu wechſeln, 3+ B. dahin, wo vor 3 oder 4 Jahren Rindviehmiſt gefahren wurde, nun Schafmiſt zu bringen; dieſes wird beſonders da gut ſeyn, wo der Boden eines Areals nicht ſehr verſchieden iſt,
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