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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Die Lehre vom Dünger. (260)

denſelben aufbringen, daich eine viel größere Menge Fuder ge:

wann, als wenn ich ihn hätte ſehr im Stalle verfaulen laſſen, ſondern ich bemerkte jedes Jahr, daß ſolcher Miſt raſcher und

kräftiger wirkt, als anderer, der in einem ſchon ſehr verfaulten

Zuſtande erſt untergepflügt wurde,

Doch mag es beſſer ſeyn, daß das Stroh im Miſt nicht ganz friſch mehr, Annes bereits von der Fäulniß in etwas ergriffen iſt, bevor man denſelben auf den Aer bringen laſſe; aber vor- theilhaft ſcheint mir es, daß dieſer erſte Grad der Fäulniß erſt auf einer zweckmäßig angelegten Miſtſtätte eintritt und deßhalb die Ställe wo möglich einen Tag um den andern, oder doch wenigſtens. wöchentlich zweymal ausgemiſtet werden; die Miſt- ſtätte aber von dem Vieh den Tag über begangen wird.Nur möchte idh lieber, wenn es ausführbar wäre, den Miſt täglich aus dem Stall in den Aer bringen, als ihn im Stalle ein Jahr lang liegen laſſen.=- Do habe ich hierbey immer die Sommer» ſtallfütterung und überhaupt eine kräftige Fütterung für Sommer und Winter im Sinte; denn nur durch beides wird eine nicht unbedeutende Maſſe von Streuſtroh mit thieriſchen Excrementen Hinreichend geſättigt und ein kräftiger Dünger gebildet. Beſteht hingegen die Winterfütterung größtentheils aus Stroh, Spreu und in wenigem ſchlechten Heu, und giebt man nur ſo viel, daß ſich die Thiere nothdürftig erhalten und nur vor dem Hunger- tode geſichert ſind 3 jagt man obendrein die Thiere im Sommer auf dürftige magere Weide, von wo ſie vielleicht nicht einmal des Nachts in den Stall kommen, und ſireuet man demunerachtet eine große Maſſe Stroh unter, ſo kann es freilich nicht lohnen, ſo gewonnenen Miſt in unverfaultem Zuſtande in den Acer zu bringen. Die wenigen nur aus trocknen, vielleicht ſchlecht ver- dauten Faſern beſtehenden Excremente werden ſich kaum im Stroh halten können und beym Aufladen durchſchlüpfen 3 dem Übrig gebliebenen Stroh würde es auch no< obendrein an dem nöthigen Ferment fehlen, ſeine Fäulniß wird daher unvollkom- men ſeyn, es wird. verſchimmeln oder vertreten. Bey ſolcher Haltung der Hausthiere iſt es daher nöthig, daß der Miſt im Zn liegen bleibt und da einen hohen Gkad von Fäulniß erx- reicht.

Fortſezung,

6. 22. Die möglich größte Menge Dünzer auf dem möz- lich wohlfeilſten Weze zu erzielen, das muß ein Hauptbeſtreben eines Landwirths, dem es um einen hohen jet des ihm Zegebenen Areals zu thun iſt, ausmachen. Dieſem Zwee ger

mäß handelt man, wenn man einen möglichſt ſchnelten Umſag.

des Miſtes zu bewirken ſucht, und dieß geſchieht, wenn derſelbe nicht ein ganzes Jahr im Staſlle liegt, ſondern jährlich mehrere Male, ſo oft als das Aerſyſtem und die andere Aerbeſtellung es erlaubt, ausgefahren und auch ſv raſch als möglich durch Be ſtellung des bedüngten A&>ers mit ſtroh- und futterbringen- den Gewächſen derſelbe benutzt wird. Sv fährt man 3. B. im Spätwinter oder im Frühjahr auf den Aker, der im Herbſte mit Wintergetreide beſtellt werden ſoll, Miſt und nimmt noch ein Futtergewächs vor dem Wintergetreide weg, was man vielleicht noch im Sommer hindurch verfüttert und ſo noch Miſt für ein