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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Die Lehre vom Dünger.

Zweyter Abſchnitt. Von der Behandlung des Miſtes,

Verſchiedene Meinungen darüber,

6. 20, Ueber die Behandlung und Über die Zeit der Anwen- dung des Miſtes ſind überhaupt die Meinungen nod ſehr ver- ſchieden. Einige behaupten, der Miſt müſſe lange in den Ställen liegen und weit in der Gährung fortgeſchritten ſeyn, bevor er auf den Acker gefahren und dort untergebracht wird; Andere ſa- gen: der Miſt muß täglich aus dem Stalle und ſo viel als mög- lich auch bald auf und in den Acker gebracht werden; und noch Andere meinen; es iſt am beſten, wenn der Miſt auf der Dünz gerſtätte nur einen gewiſſen Grad von Gährung durchgeht und ſodann in den Aer gebracht wird.

Nähere Erörterung.

6. 21. Wenn der Miſt lange, wie es in manchen Gegenden gewöhnlich iſt, ein ganzes Jahr im Stalle liegt, und ſo natür- lich einen zu hohen Grad der Fäulniß erreicht, ſo geht zu viel an Quantität verloren, als daß nicht: auch an der düngenden Kraft überhaupt ein großer Verluſt Statt finden ſollte,

Nach Gazzeris Verſuchen ,, 1) verliert derStallmiſt,durch mehrere Monate fortgeſetzte Gährung, die Hälfte ſeines Gewichts5z 2) während. derſelben verſchwindet faſt eben ſo viel auflösliche Materie, als ſich aufs neue bildet, und die eigentlich animaliſche verliere ſich dabey ohne Wiederkehr. Dann behauptet er3) die vorhergegangene Auflöſung ſey nicht nöthig/ weil die lebende Wurzel auf die todten organiſchen Subſtanzen eine Thätigkeit äußert, welche ihre allmälige Zerſezung bewirkt und ſie.auf die Weiſe und in dem Maaße zur Ernährung der Pflanze aufnimmt, wie dieſe deren bedarf.

Meine Erfahrungen ſcheinen dieſe Säte ſehr zu beſtätigen 5 ſtets brachte ich einen großen Theil des gewonnenen Miſtes in einem ziemlich friſchen, noch wenig oder gar nicht gefaulten ZU- ſtande in den AFer, und ich konnte ſo nicht allein ſehr dicht

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