Druckschrift 
Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen

4. Abſ<hn. Von den verſchiedenen Miſtarten. 9

' 6(289) fallenden Arbeiten eingenommen ſind, vortheilhaft ſeyn, die Jauche aus den Ställen für ſich äufzufangen und als Düngung anzuwenden.

- G. 15. Zu dieſem Zweek ſind hinter angehängten Fortſetzung. Thieren am Fußboden Rinnen angebracht, durch welche der Urin in Behälter, die hinter den Ställen gemauert oder von Holz eingerichtet ſind, läuft. Es iſt ſehr nöthig, daß mehrere ſolche Behälter hinter einem ſolchen Stalle angebracht ſind, und dabey die Einrichtung ſo getroffen iſt, daß die aus dem Stalle kommende Jauche in einen andern geleitet werden kann, ſobald der eine voll iſt, und dann immer nur derjenige ausgeleert und zur Düngung verwendet wird, welcher bereits gegohren hat z indem friſche, noch micht gegohrne Jauche, obenauf über Sag- ten, Klee, Raſen. gebracht, zerſtörend auf die Pflanzen wirkt, wenn nicht die Ueberdüngung un eines Regens oder gleich danach vorgenommen wird, und unßegohrne nicht ſo kräftig, als gegohrne düngt. Wo tieſe Einrichtung nicht getroffen iſt, und auch. friſche Jauche. zur Ueberdüngung gebraucht wird, kann dieß nur geſchehen, wenn Regenwetter. einfällt; auf dieſe Weiſe wird in vielen Gegenden Sachſens, namentlich im Al- tenburgiſchen verfahren.

9. 16. Gemeiniglich wird in Sachſen die'Jauche Fortſeßung« in Zubern von zwey Perſonen auf den AFer, oder in Gras- gärten, oder in die Küchengärten getragen z; in dieſe Zuber mit einer Schöpfgelte, woran ein- langer Stiel iſt, geſchöpft, und mit derſelben Gelte wieder aus deim Zuber geſchöpft und ver- theilt, oder auch ein ganzer Zuber voll auf eine Stelle hinge: goſſen.

Tc< habe, wie es auch in- mehrern Wirthſchaften der Fall iſt, die Jauche aus ihren Behältern in ein großes, auf einem Wagen liegendes Faß plumpen laſſen, zu welchem Zwe> eine Plumpe vorhanden war, die aus" einem Jauchenbehälter in den andern geſetzt werden konnte, und die unten von einem durch= löcherten Kaſten umgeben war, welcher gröbern Theilen, Stroh U. dergl., den Eingang in- die Plumpe verſperrte, damit feine Derſiopfung und keine Beſchädigung des Ventils Statt finden onnte.

Das Faß lag auf dem Wagen hinten etwas weniges tiefer als vorn, und hatte am hintern Boden ein großes Zapfenloch, durch welches die Jauche rein ablaufen konnte.

voc 1