Druckschrift 
Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen

Die Lehre vom Dünger. (233)

Wenn ſie vox überſtandener Gährung in den Acker gebracht werden, ſo wirken, ſie zu ſtark"und überreizend; und da es auch höchſt ekelhaft iſt, ſie in dieſem Zuſtande zu transportiren und zu vertheilen, ſo wendet man mancherley Mittel an, Ähre über- rößende Wirkung zu vermindern, und ſie in einen beſſern irans- portablen und beſſer zu brauchenden Zuſtand zu bringen.

In Frankreich läßt man ſie zu dieſem Zwecke zuerſt lange in Waſſer und dann auch eine Zeitlang in großen daufen hoch Übereinander liegen, woraus dann am Ende ein ſehr kräftiges Düngepulver hervorgeht, was weit umher verfahren wird, In der Nähe von Paris iſt eine große Fabrik in dieſer Art ange- legt, die ſchon lange betrieben wird und große Geſchäfte ma- chen ſoll,

In neuerer Zeit werden auch auf andere Weiſe, die noch als in Geheimniß und mit Monopolien betrieben wird, die menſchlichen Excremente zu einem Düngepulver verfertigt. Diez ſes Düngpulver wird Poudrette genannt, und ſieht dem braunen Schnupftabak gleich.

Man mengt auch dieſe Excremente mit Kalk und Gyps, und BE ſie ſo zu einem trocknen, ſehr ſtaxk wirkenden Dünge? pulver.

Ich laſſe, ſtatt Gyps und Kalk, Torfaſche in ziemlich gro: ßer Menge darunter miſchen, und erhalte ſo ein ungemein kräf- tig wirkendes Düngepulver zum. Ueberſtreuen für den Klee. Zu dieſem Zwe wird' von Zeit zu Zeit in die geräumige aus- gemauerte Grube, welche unter dem Abtritt angebracht iſt, Torf- aſche geworfen. Jährlich einigemal wird das-, aus den menſch- lichen Excrementen, dem Urin und der Torfaſche entſtandene Ge- menge aus der Grube auf Haufen gebracht und wohl auch noch mehr Torfaſche hinzugemiſcht; dieſe Haufen werden von Zeit zu Zeit einigemal gut durchgeſtochen, damit ſich alles um ſo

eſſer vermiſche, und endlic) wird das ſv gewonnene»Düngepul= ver Ende Aprils über'den Klee weg gut verbreitet, welcher danach ungemein raſch empor wächſt, und ſich ſchon von Ferne durch eine dunkele Farbe und üppigen Wuchs auszeichnet.

Aus dem Urin wird, wahrſcheinlich mittelſt Gyps, ein Dün= 269.0 verfertigt, was unter der Benennung JU via 1.079. verz auft wird.

Zauche. 6. 13. So viel aud) Vortheilhaftes über, die Jau-

<hen-(Gülle:) Düngung geſagt iſt, ſo ſehr ich auch durch eigne Erfahrung überzeugt worden bin, daß unter gewiſſen Bedingun- gen die Jauche eine vortreffliche Düngung iſt, und ſo ſehr ich dagegen bin, ſie ungenußt davon laufen zu laſſen, ſo habe ich mich doch auch überzeugt, daß es im Ganzen für große Wirth- ſchaften vortheilhafter iſt, wenn die Einrichtung ſo getroffen wird, daß das eingeſtreute Stroh die Jauche zugleich mit dem Kothe aufnimmt, mit beiden zugleich in Gährung tritt und auf den Aer gebracht wird,

Fortſeßung. 6. 14.. Doch kann es auch in einzelnen Fällen und beſonders da, wo einmal die Einrichtung dazu getroffen und die Menſchen nicht gegen die bey, der Jauchendüngung vor-

nea grin