41." Abſc<hn,. Von den verſchiedenen Miſtarten. 7; (237)
6. 10. Der Schweinemiſt wird faſt allgemein nicht Schweine, hoch geachtet und für einen ſehr trägen Dünger gehalten.""t+ Er iſt beſonders, wenn der Urin nicht verloren geht, ſondern" da- mit vermiſcht wird, ſehr feucht, und geht deßhalb in eine layg- ſame, ſich wenig erhipende Gährung über.'
Seine Wirkung iſt daher weder kräftig, noh raſch, aber auch nicht lange anhaltend,
Da die Schweine ſich vorzüglich raſch mäſten, ſie. in ſchon verdautem"Dünger, 3. B. in Menſchenkoth, noch eine kräftige Nahrung finden, ſo glaube ich, daß ihre Verdauungswerkzeuge ſchärfer, als bey andern Thieren ſind, daß ſie daher mehr aus ihrer Nahrung ziehen, auch weniger Thieriſches mit den Excre- menten fortgeht, wie dieß der Fall bey andern- Thieren iſt, und hiervon leite ich ſeine mindere Wirkſamkeit als Dünger her.
Zu einigen Gewächſen, z. B. für den Hopfen, nimmt man den Schweinemiſt lieber, als andern, weil man davon eine be- ſonders günſtige Wirkung ſpürte; Hopfen aber ſcheint überhaupt wenig Dünger zu bedürfen ,- da er vft ohne denſelben auf einem ihm angemeſſenen Boden, viele Jahre einen ziemlich hohen Er- trag im Durchſchnitt giebt.
Schweinemiſt iſt mit"Vortheil unter Pferdemiſt zu mengen, indem einer den andern verbeſſert.
9. 11, Der Hühner- und Taubenmiſt iſt, auch Gefgel- in geringer Menge angewendet, ſehr wirtſam, wird aber Mt, freilich inder Regel in ſehr geringer Quantität auch gewonnen. Er enthält nach Vauquelin einen beſondern Stoff, der größten- theils Eyweißſtoff zu ſeyn ſcheint, und dieſer-Chemiker bemerkte einen merkwürdigen Unterſchied im Miſte der Hähne und der eyerlegenden Hühner, der ſich aber bey den nicht legenden Hüh- nern wieder verliert.
* Er muß ſehr verkleinert und gut vertheilt werden, und wirkt dann oft beſonders vortheilhaft auf den Klee und die auf die- ſen folgenden Früchte.
Der Gänſe- und Entenmiſt wird aber allgemein für * den ſchlechteſten unter allen gehalten, und mehrere ſprechen ihm ſogar für manche Gewächſe eine nachtheilige Wirkung zu. Auf- fallend iſt es/, daß auf Plätzen, wo eine lange Zeit viele Gänſe täglich gingen, die beſſern Gräſer und Kräuter näch und nach ganz verſchwinden, und nur einige der ſchlechtern, den Thieren, beſonders den Schafen, wenig zuſagenden Pflanzen übrig bleiben oder ſich einfinden, wie 3. B. die deßhalb ſogenannte Gänſe- blume, Allgemein iſt es und mit Recht angenommen, daß die „Gänſe die Schafweide ſehr verderben.
9. 12. Eins der wirkſamſten Dünger ſind die Ex-" Menſchliche eremente des Menſchen, und es iſt ſehr unrecht,.&cremente. daß ſie in den meiſten Wirthſchaften für zu unerheblich und kleinfügig gehalten werden. Da, wo man ihre große Wirkſam- Feit und ihren Gebrauch kennt, werden ſie als Dünger ſehr ge-
ſchäßt/ und ſogar, wie in Belgien, ein großer Handel damit getrieben,


