Die Lehre vom Dünger. (286)' treten vorgebeugt„'ſondeyn das Verbrennen wird auch in Etwas vermindert. Muß der. Pferdemiſt lange im Stalle liegen, ſo iſt fleißiges Begießen deſſeiben mit Waſſer ſehr vortheilhaft, und man kann ihn dadurch dahin bringen, daß er wie Nindermiſt in eine ſpekartige Maſſe verfault.:<
Auf thonigen, kalten Boden, wirkt der Pferdemiſt noch am beſten, auf ſandigen, troFenen, hochgelegenen Acker wirkt er dagegen oft nachtheilig. Wollte man 3. B. ſolchen Boden unmittelbar zu' Gerſte mit Pferdemiſt düngen, ſo iſt, wenn nicht ſehr feuchte Witterung zur rechten Zeit eintritt, ein gänz- liches Mißrathen der Gerſte mit ziemlicher Gewißheit voraus- zuſetzen.
Auf Boden, der vielen unauflöslichen Humus enthält und niedrig liegt, wirkt der Pferdemiſt am vortheilhafteſten, indem bey ſeiner Gährung ebenfalls viel Ammonium entwickelt wird, und er daher kräftig, gleichſam als Ferment auf die Zerſetzung des vorhandenen Humus einwirkt. Daher wird auf niedrig ge- legenem Boden, der oft unauflöslichen Humus in Menge eut- hält, wo viele Pferde-gezogen werden, nicht allein deſſen Frucht- barkeit ſehr vermehrt, ſondern obendrein das Localclima bedeu- tend wärmer, indem nicht allein aus dem Pferdedünger an und für ſich viele Wärme entwickelt wird, ſondern es wird auch Wärme frey, während der Pferdemiſt zerſezend auf den unauf- lösSlichen Humus einwirkt. So ſchmilzt auf dem Terrain des konigl. preuß. Geſtüts zu Trackehnen der Schnee viel ſchneller, als in der umliegenden Gegend, und oft iſt im Winter dadurch die Grenze Tra>ehnens ſehr merklich bezeichnet.
Seine Wirkung kann natürlich nicht lange im Ac>er' vorhal- tenz es erfordert deßhalb, wo er faſt ausſchließlich angewendet wird, in der Regel der Boden eine oft wiederkehrende Dün- gung z doch auf Boden, welcher reich an unauflöslichem Hu- mus iſt, wirkt der Pferdemiſt länger, als wo das nicht der Fall iſt.
Seine Gährung kann ſehr verbeſſert werden, wenn er, ſo bald er täglich aus dem Stalle gebracht wird, oder im Stalle ſelbſt- mit ſaftigen vegetabiliſchen Subſtanzen, oder mit Erde, mit Raſen, oder Torf vermengt wird, und darin einige Zeit liegen bleibt.
So verbeſſerte ich den Pferdemiſt, den ich in Dresden,/aus den königl: Ställen für einen ſehr tro>nen Sandboden erhielt, gar ſehr dadurch, das ich ihn täglich, ſo wie er friſch aus den Ställen gebracht wurde, mit Lehm durcheinander ſchichten und ſo ziemlich lange liegen ließ, woraus ein ſehr kräftig wirkender Compoſt gebildet wurde.
Als mir es hier anfänglich an Streu fehlte, habe ich mit Vortheil Naſentorf mit dem Pferdemiſt vermengt und ihn ſo gäh- ren laſſen, wodurch ein großer Theil des Torfes in auflöslichen Humus verwandelt und das Verbrennen des Miſtes verhindert wurde, Je feuchter ſolches Gemeng gehalten wird, deſto vor- theilhafter iſt es.'
Ed,


