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4. Abſchn. Von den verſchiedenen Miſtarten.
)(285) ſchaft in Umlauf; und trägt daher auch. viel zur raſchen Ver- mehrung des Düngers Überhaupt mit bey.;
Wenn der Schafmiſt 3. B. in drey Früchten das gäbe, was der Kuhmiſt, in fünf Früchten vertheilt, giebt, ſo giebt er auch in den drey Früchten mehr zur DüÜngerpyrodtuction her, als für die Hervorbringung der zwey Früchte, auf/ die der Nindviehdün- ger mehr wirkt, Der Vortheil iſt daher auf der Seite des Schafmiſtes.
Zway paßt der Schafmiſt am beſten auf thonigen Boden; aber auch der ſandige bringt nach dieſem Dünger üppige Früchte, nur darf letzterer nicht zu viel auf einmal davon erhalten, ſon- dern er muß überhaupt und beſdnders mit Schafmiſt oft ge- düngt werden.
Recht eigentlich paßt der Schafmiſt für recht naſſen kalten Boden und für ſaure Stellen, weil er da am beſten und ſchnell- ſten den unauflöslichen Humus zerſezen hilft und den Boden erwärmt.;
6. 9. Der Pferdemiſt iſt ſchon an und für ſich Pferdemiſt.
in der Regel trocken 3 da er aber mit großer Hiße ſchnell in Gäh- rung geht und dabey viel Feuchtigkeit verdünſtet, ſo verbrennt er vft zu einem trockenen Pulver und läßt endlich faſt nur Aſche zurück, Liegt er daher übereinander und iſt mit wenigem Stroh vermengt, ſo bleibt nach einiger Zeit wenig düngende Kraft in ihm übrig; denn& dünſtet während der Gährung nicht allein Feuchtigkeit, ſondern auch düngende Stoffe aus, und jenes trod>e- ne Pulver iſt das Neſultat einer faſt gänzlichen Zerſtörung 3; es iſt dann faſt eben ſo- gut, als würde das Stroh, um es zu Dünger zu machen, zu Aſche verbrannt.=
Er verſchimmelt und verbrennt um ſo ſchneller, wenn er von kraftvollen, mit Körnern genährten Thieren fällt. Miſt von Pferden, die mehr'mit Heu und Stroh gefüttert wurden, gährt etwas langſamer, und von Pferden, die mit grünem Klee, Gras oder Kartoffeln gefüttert wurden, iſt die Gährung noch langſamer und weniger hißig.
Es iſt daher bey dieſem Miſte beſonders. wichtig, ihn ſo raſch als möglich in den Acker zu bringen/ und kann/ das nicht geſchehen, ſeine Gährung ſo viel, als khunlich iſt, aufzuhalten. Ic<h laſſe nicht gern den Pferdemiſt lange im Stalle liegen, ſon= dern bringe ihn gern ins Freye in nicht zu hohe Lagen; hier wird die Gährtng, beſonders im Winter, ſehr aufgehalten, und ſo viel als möglich bringe ich ihn bald in den Aer; ich ge- winne dadurch viel an der OQuäntität und Qualität und die beym Gähren entweichende Wärme, Feuchtigkeit und düngenden Stoffe kommen der Ackerkrume zu Gute und beſynders der tho- nige, kalte Boden gewinnt dadurch viel.
Bey loſen, unangebundenen, im Stalle herumgehenden Pfer- den, wie das bey den jüngern und bey Fohlenſtuten in der Re- gel iſt, wird das Volumen des Miſtes noch dadurc) ſehr ver- mindert, daß die Thiere ihn oft ſo klar treten, daß er kaum auf die. gewöhnliche Weiſe aufzuladen und auszufahren iſt, Wenn vieles Langſtroh eingeſtreut wird, ſo iſt nicht allein dieſem Zer-


