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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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Die Lelte vom Dünger. (234)

Nindermiſt« 6. 7. Der Miſt vom Nindvieh enthält beſonders

viele Feuchtigkeit, indem die Auswürfe aus dem Darmcanal für ſich allein breyartig ſind und dieſe Thiere auch beſonders viel uriniren z er tritt daher nicht mit vieler Wärme in Gäh- rung 5 verbrennt nicht, ſondertwſfault in eine ſpeckige Maſſe zu- ſammen. Er iſt im Stande, mit vielem Stroh ſich zu vermen:- gen, und doch noch damit nach der Gährung jene ſpeckige Maſſe zu bilden.

Er dünſtet während der Gährung, da er ſich hierbey wenig erhibt, wenig Feuchtigkeit und keinen ammoniakaliſchen Geruch (auch wahrſcheinlich, da ſeine Gährung langſam vor ſich geht, wenig Kohlenſäure) auf einmal aus. Er kann deßhalb länger als andrer Miſt im Stalle liegen, weil er weniger an ſeiner Quantität und an düngenden Theilen in einer und derſelben Zeit verliert, wie 3. B. der Pferde- und Schafmiſt. Im dem Ac>er äußert er ſeine Wirkung minder ſchnell aber deſto nach= haltiger. Nur wenn er in einem wenig verfaulten Zuſtande und im nicht zu geringer Menge untergepflügt wird, theilt er der Bodenkrume eine wirkliche Wärme mit, was beſonders ſichtbar wird, wenn im Herbſte friſcher Rindviehmiſt untergepflügt wurde, indem darauf, trotz der kalten Nächte, doch, ſchnell der Getrei- deſame, ſv wie das Unkraut., keimt, aufläuft und ſich beſtau- detz am auffallendſten zeigt er dieſe erwärmende Wirkung am Auflaufen und Wachſen des Hederichs.

Daher bringt es beſonders Vortheil, dem Thonboden ſo viel als möglich noch wenig verfaulten Miſt in nicht zu geringer Menge zu. geben, weil" derſelbe dann dieſem um ſo mehr Wär- ; me mittheilt, und durch das rohrige Stroh der atmoſphäriſchen Luft zugleich freiernZutritt verſtattet, und Überhaupt ihn mes: c<haniſch lodern Hilft.

Schafmiſt. 6. 3. Der Schafmiſt iſt an und für ſich viel troc>-

ner, als der vom Nindvieh, und entwickelt'deßhalb während ſeiner Gährung viele Wärme, wodurch das Ausdünſtett einiger Feuchtigkeit veranlaßt und ſo deſſen Tro>enheit noch vermehrt wird. Werden die-Schafe nicht auf beſondere Weiſe, während= dem ſie nur trocknes Futter verzehren, zum Saufen gereizt, oder erhalten ſie. nicht ſaftiges Futter, ſo verbrennt der Miſt leicht und ſchimmelt; bey ſaftigem Futter und vielem Saufen hingegen, oder wenn der Schafmiſt bisweilen zur rechten Zeit mit Waſſer begoſſen wird, da fault er ebenfalls in eine ſpe>kige Maſſe zuſammen..;

Er entwiekelt während der Gährung vieles Ammonium und auch kohlenſaures Gas, und iſt daher beſonders geeignet, unauf= löSlichen Humus auflöslich zu machen.

Im Boden wirkt er ſchnell und kräftig, und in lettrer Hin- ſicht zeichnet ex' ſich ſehr vortheilhaft von anderm Dünger aus z; ſeine Wirtung iſt zwar nicht ſo lange ausdauernd, als der Rin- derdünger, aber doch länger, als Pferdemiſt. Er eignet ſich faſt für alle Gewächſe gleich vortheilhaft, am meiſten aber für Oel- früchte, überhaupt für Kohlgewächſe.

Weil er ſchnell und kräftig wirkt, ſo bringt er auch am ra- ſcheſten mehrere, vou einander abhängige Krafts einer Wirth-