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Die Lehre vom Dünger oder gründliche Anleitung zur Production, richtigen Behandlung und zweckmäßigen Anwendung der verschiedenen Düngerarten auf den productiven Boden / von Friedrich Schmalz
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4. Abſchn. Von den verſchiedenen Miſtarten u, ſ, w."? 3

(283) ſat, und iſt dann ſchwer auflöslich; dieſer kann ebenfalls nur verbeſſert werden, wenn er lange genug der Luft ausgeſett und mit friſchem Dünger vermengt wird.:

Der Humus bringt, liegt er in der obern Schicht des Bo-

dens= in der Aerkrume-- inſdieſer eine innere Wärme hervor, weßhalb auch auf humusreichem Boden der Schnee ſchneller weg- ſchmilzt und der Boden ſelbſt früher aufthauet, als auf humus- armem.; Der Humus macht thonreichen Boden,welcher an und für ſich ſtreng ſeyn würde, lockerer, begünſtigt die Cinwirkung der Luft auf denſelben, ſelbſt das Verdunſten des überflüſſigen Waſ- ſers, und vermindert auch die waſſerhaltende Kraft überhaupt. Sandreichem- Boden giebt hingegen der Humus Bindigkeit und vermehrt deſſen waſſerhaltende Kraft.

; 6. 3. Da nun der Miſt der Thiere nicht allein aus"Beſtandthei- animaliſchen und vegetabiliſchen, in Fäulniß begriffenen 1!e des Mi-

Subſtanzen beſteht, ſondern auch am häufigſten und wohl: ſtes; feilſten zu haben iſt, ſo. wird er auch allgemein als Düngung für den Aker angewendet, und er iſt am meiſten geeignet, den Humus im Boden zu erſetzen und zu vermehren.

6. 4."Der animaliſche Dünger iſt, weil er auch zerſe- Fortſeßung« hend und reizend wirkt. und ſelbſt ſchnell zerſeßt wird., kräftiger, als der aus bloß vegetabiliſchen Subſtanzen beſtehende; aber jener iſt nuch der am wenigſten nachhaltende und-ausdauernde. Darum wirkt der Hordenſchlag(Pferch) der Schafe ſo raſch, kräftig und ſo wenig ausdauernd.;

Je mehr kräftiges Fütter die Thiere erhalten und je feiſter dieſe ſind, deſto mehr ſind ihre. Auswürfe thieriſcher Natur, und deſto kräftiger wirken ſie daher als Dünger. Wird aber magern Thieren auch nur kärgliche Nahrung verabreicht, erhalten ſie bloß Stroh u. ſ, w.7 ſo geht dieß faſt ganz unzerſetzt durch die Ein- geweide ab, und der Auswurf iſt, weil der abgemagerte Körper wenig von ſeinen thieriſchen Theilen abſtößt, wenig thieriſcher Natur und als Dünger wenig kräftig. Darum wirkt der Miſt vom Maſtvieh ſo kräftig; aber auch nicht lange anhaltend,

6. 5. Das-Stroh; was wir unſern Hausthieren Fortſetzung. unterſtreuen, dient nicht. allein für dieſe als Bette und beför- dert die Neinlichkeit, ſondern es nimmt auch die Auswürfe der Thiere auf, was in mehrerley Hinſicht vortheilhaft iſt: 1) wer= den ſo die Excremente, beſonders der Urin, transportabler; 2) die ſonſt zu: ſchnelle Zerſetzung derſelben wird aufgehalten, indem an und für ſich das Stroh langſam in Fäulniß tritt, und dann die Excremente auch, wenn ſie in größerer Maſſe beyſam- men liegen, um ſo ſchneller völlig zerſeßt, aber im Stroh ver- theilt und von einander mehr getrennt werden 3 3) wirken die Excremente für dqs Stroh gleichſam als Ferment, was die ſonſt langſame Zerſezung deſſelben beſchleunigt.'So unterſtütt Eines das Andere, und beide vermengt, bilden einen vorzüglichern Dünger, als jedes allein für ſich ſeyn würde,

6. 6. Der Miſt von den verſchiedenen Thieren iſt, wenn auch ihr Futter von gleicher Beſchaffenheit ſeyn ſollte ,' dvc<h in mancherley Hinſicht von einander unterſchieden,