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Die Lehre vom Dünger. (290) Streifen ſo weit. vont erſten begoſſen, als der Wagen zum Um- kehren Platz braucht, und es ſo eingerichtet, daß auch wäh- ANE Umkehrens ein Streifen querüber mit Jauche begoſſen wurde,
Sovlſehung« 6. 17. In Holland, in“ der Schweiz und jetzt. auch
in Hohenheim wird die Jauche mit Waſſer vermiſcht und dar- in die Streu einige Mal hin und her geſchleppt, damit eines Theils der thieriſche Auswurf durch das Waſſer ausgewaſchen, und„andern Theils: die Strohſtreu durch und durch in dem Schlamme getränkt und damit überzogen werde. Die ſo aus- gewaſchene Streu wird, nachdem aus ihr der'Ueberfluß an Feuchtigkeit in die Jauchengruben zurückgelaufen iſt, auf die MUM gebracht, wo„ſie dann wie anderer Miſt behandelt wird.
Die Jauche wird dann noch mehr mit Waſſer verdünnt und in die. Jauchen- Käſten Mlaſſen. Solcher Käſten ſind mehrere angebracht und die Jauche aus einem in den andexen' geplumpt und. nachdem als Düngung angewendet,
Fortſetzung. 6. 18, Die Brabanter haben auch, eine beſöndere
Vorrichtung, die. Jauche auf den Acker zu vertheiken, ſie beſteht in Folgendem:
Ein einſpänniger Karren mit feſtſigendem waſſerdichten Ka- ften, deſſen oberer Boden ebenfalls feſtſizt, und nur einen klei- nen Deckelladen zum Einfüllen der Jauche hat, hat im untern Boden, gleich unter der Ladenbffnung,- das Zapfenloch von 221. Zvll im Durchſchnitt. Der Zapfen, welcher es verſchließt, hat eine ſo lange Handhabe, daß ſie durch. den Deckelladen Jeht, der Zapfen alſo, ohne letztern zu öffnen, gezogen werden kann. Damit ſich das Zäpfenloch nicht verſtopfen: kann, und auch daſ- ſelbe leicht mit dem Zapfen gefunden wird,-im Fall man das Loch plößlich ſchließen wollte, hat der Zapfen eine lange Spitze, welche immer, nachdem der Zapfen ſelbſt oben mittelſt eines Oehrs angehängt wird, im Spundloche ſchwebend bleibt. Mit dieſer Zapfenſpive wird das Zapfenloch, wenn der Zapfen hin und her bewegt wird, von Stroh u. dergl, gereinigt.
Unmittelbar unter dieſem, Zapfenloche hängt ſchwebend an 3 Kettchen ein viereF>iges Brettchen von 1x Fuß im Quadrat, hierauf ſtößt der Strahl der aus dem Kaſten auslaufenden Jau- <e, und breitet ſich wie ein Negenſchirm aus. Die Kettchen können kürzer oder-länger gehängt werden, und es fommt hierz= bey darauf an, wie breit ſich der Jauchenſtrahl verbreiten ſoll.
Gülle, 6. 19. Für dieſe Güllendüngung. werden von Schwerz
folgende Vortheile angegeben:„,1) daß die Düngermaſſe dabey an Quantität, unbeſchädigt der Qualität, gewinne, 2) Daß fich zwey Voxtheile bey der Anwendung vereinigen, durch die Wahl, nach den Umſtänden über flüſſigen und feſten Dünger gebieten zu können. 3) Daß wir. es in unſerer Macht haben, fränkelnden Pflanzen ſogleich zu Hülfe kommen zu können, 4) Daß der Umſatz des Düngercapitals bey der. Gülle in ſchnel- lerex Zeit vor ſich geht, als bey jeder andern„Düngerart, Ein Umſtand, der allerdings nicht genug beherzigt werden kann. 5) Daß auf. Wieſen und Klee die Jauche die einzig währe Dün-
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