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Briefe über die Fellenbergische Landwirthschaft zu Hofwyl / [Georg von Escher]
Entstehung
Seite
57
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57 der Viehzucht ganz gut neben einander beſiehen. Nie würde es möglig und au< nüßlich ſeyn, den AFerbau ganz zu entfernen; und. ſo lange dieſer, da oder dort, im klei- nern oder größern Umfang beſteht, iſt es gut, wenn er mit der höchſt möglihen Aufmerkſamkeit und Vollkom- menheit getrieben wird.

Derjenige Theil des Cantons Bern, der ſein Augen- merk vorzügli<h auf den Wieſenbau gerichtet hat, würde überhaupt ſchon nach meinen allgemeinen. Grundſägen handeln== wenn dann aber no< die lokalen Vortheile hinzukommen, die dieſer Theil genießt, daß viele Aelpler oder Hirten die im Sömmer iht Vieh auf Alpen erhal- ten, im Winter mit demſelben in das flächere Land hin- abziehen, und dabey den Güterbeſißern das erzeugte Futter kaufen, daſſelbe auf dem Gut aufäßen, und den Dünger da liegen laſſen, ſo wüßte ih niht, warum die- ſer Theil des Cantons, den ſeine Localität ſo begünſtigt, dieſe Wirthſchaft mit irgend einer andern vertauſchen ſollte.

I< heiſſe ihn im Grund begünſtigt= denn der Be- ſißer eines ſolhen Gutes, deſſen Produkt von dem Vieh des Aelplers aufgeäßt wird, hat. die weſentlichen Vor- theile, daß er ſchon bey ſeinem Wieſenbau äuſſerſt wenig Handarbeit brau<ht, alſo wenig Auslagen hat z daß die Wartung des Viehes ihn nichts koſtet, und ihm der Dünz ger bleibt=- und endlih, daß er kein Capital in den eignen Viehſtand ſeßen muß, ihm alſo auch die Jntereſ- ſen der Capitalien zu gut fallen/ die er auf Anſchaffung des Viehes anwenden müßte. Man zeige mix einen ſiche- rern reinern Gewinn von ſeinem Gut als dieſen?

Daher kommt es, daß alle diejenigen Berner, welche- ter beſißen, die auf dieſe Art beworben werden, dem Sy- ſiem des Herrn Fellenbergs dur<aus abgeneigt ſeyn muüſ-