58 ſen. Dieſes Syſtem iſt hauptſä<hli<ß auf den Kornbau gerichtet, und die Beſißer der Güter in der Nähe von Bern pflanzen nur Korn, oder brechen die Wieſen auf, um dieſen na< einigen Jahren wieder eine deſto ſtärkere, Üppigere Vegetation zu verſhaffen. Warum ſollen aber niht beyde Syſteme ganz gut neben einander beſtehen können? Warum ſoll das eine das andere ausſ<hließen 2 Warum ſoll man die Verſchiedenheit nic<t achten welche die Lokalitäten gebieten? Mit ein wenig kalter Ueberle- gung wird man ſich überzeugen, daß der Theil vom Can- ton Bern der in größerer Entfernung von den Alpen liegt, umſonſt die Einrihtung der näher liegenden tref- fen würde, weil der Aelpler ſein Vieh lieber in die Nähe als in die Ferne führt. Deßnahen müße er ſeine Wirth-= ſchaft in man<hem abändern=- und umgekehrt können die Localvortheile, welche die meiſten Güter dur< ihre nahe Lage bey den Alpen für die vorzügliche Betreibung der Wieſenkultur gewähren, dem ſc<harfſihtigen Auge des Herrn Fellenberg eben ſo wenig entgehen.
Die Pferdeha>e- Cultur, ohne an die vierfeldrige Wechſelwirthſ<haft gebunden zu ſeyn, könnte au< den Berg- Cantonen, für die Pflanzung der verſchiedenen Halm- Hülſen- und Wurzelgewäc<hſen Vortheile gewäh- ren, ſo wie einigen Rebgeländen z. B. den beyden Ufern des Zurichſees 3; eben ſo dürfte mit Ueberzeugung der ſtärkere Anbau der Kartoffeln und die Ausdehnung deſ-= ſelben auf die Winterfütterung des Viehes, ſo wie ihr Dampfko<hen, denjenigen Gegenden'die ſi< vorzüglich mit der Viehzucht beſhäftigen, empfohlen werden.


