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Briefe über die Fellenbergische Landwirthschaft zu Hofwyl / [Georg von Escher]
Entstehung
Seite
50
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auyarrae

I0 Deutſchlands in 3 verſchiedene Maſien zuſammengewor- fen, und jährlich naß einem gewiſſen Syſtem behandelt wurden, dem. zufolge man im erſten Jahre Waizen oder Korn, im zweyten, Roggen, Hafer, Gerſte oder Hülſenfrüchte pflanzte, das dritte Jahr aber'der Brache überlaſſen war. Durch die Einführung vom Kleebau ward zwar in den leßtern Zeiten die Brache ſchon an den meiſten Orten aufgehoben; man pflanzte, dur< die Ver- mehrung des Düngers, die der Kleebau gewährte, hie- zu aufgemuntert, im dritten oder Brachjahre naH an- dere Früchte, als Kartoffeln, Lewat, Wien. u. ſ. f-

Dieſes konnte gehen, weil die alte Einführung der Zelgen dadurch noch nicht geftört ward, und immer war dabey ſc<hon vieles gewonnen. Allein die Einführung des Fellenbergiſc<en Syſtems fordert hauptſächlich die vierfeldrige Wirthſchaft, und dieſe eine ganze neue Ein- theilung der Felder, die faſt unmöglich ſcheint, und nur da nah einigermaßen ausführbar wäre, wo alle 5 Zel- gen zuſammenhangen und durc< keine Wieſengründe oder Waldungen unterbrochen ſind.

Aber auch da bedürfte es der Uebereinſtimmung aller Beſizer, oder der weit überwiegenden Mehrzahl derſel- ben= und dieſe kann nur durch die Länge der Zeit und durch aufmunterndes Beyſpiel gewonnen werden. Die Sache wird indeſſen nach ungemein erſchwert, dur die faſt unglaublihe ZerſtüFflung der AFerfelder, die zuweilen ſo weit gehet, daß eine Jucart guten Ader- feldes in ſehszehen Theile vertheilt wird, weil bey den Erbfällen jeder etwas von dieſem guten StuF Landes haben will; ſo daß der AFer oft faſt mehr Theilfur<hen, als Saatfurhen hat. Wenig kann da die Regierung directe wirken 3 wohl durch Exmunterung des einzelnen