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Briefe über die Fellenbergische Landwirthschaft zu Hofwyl / [Georg von Escher]
Entstehung
Seite
46
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46 ſeine Lieblingswiſſenſ<haft, oder" vielmehr ſeine Liebhabe. rey z und dieſe führt, wenn ſie mit Verſtand geleitet wird,'oft zu den wichtigſten und ſchönſten Reſultaten, deren Vortheil aber, ich dürfte faſt ſagen nie= oder do< nur äuſſerſt ſelten= ihr Erfinder erndtet. Denn was durch die gelingenden Verſuche gewonnen wird, das geht dur< die fehlgeſchlagenen für ihn wieder verlohren. Die gute Sac<he gewinnt immer dabey 3 nur opfert ſich der lebhafte und leidenſhaftlihe Liebhaber der oben be- rührten drey Wiſſenſchaften faſt, immer für andere auf, weil die Verſuche in denſelben ſo koſtbar ſind.

Der Mann von kaltem Verſtand und kaltem Herzen berechnet zuforderſt alles was er unternimmt, für ſeinen eignen individuellen Nuten, und bringt den Vortheil anderer nie mit in Anſchlag. Der blendende Anſ<ein eines wahrſcheinlihen Gewinnes reißt ihn nie hinz; er muß ſeiner Sache gewiß ſeyn, ehe er im Großen ſich an etwas waget z; darum ſtellt er ſeine Verſuche zuerſt im Kleinen an, und entſcheidet nie für den Werth eines ſol- <en in dem Fache der Landwirthſchaft, bis zehenjährige Erfahrung ihm denſelben als durhaus bewährt gezeigt hat; er beobachtet mit ſtrenger Aufmerkſamkeit alle Un- ternehmungen ſeines lebhaftern Nachbars, holt ſiH das ihm einleuchtende für ſeine eignen Verſuche heraus, und geht darum immer feſten Trittes; findet er die Sache ausführbar, dann ſ<heuet er keine Koſten mehr=- er weißt, daß er ſein Capital auf hohe Zinſen legt. Es iſt niht allemal Geiz, der dieſen Mann leitet, ſondern er folgt der Maxime: Man müſſe in der Landwirthſchaft äuſſerſt behutſam und bedächtlich zu Werke gehen, wenn man einigen Gewinn aus derſelben ziehen wolle,

Der erſtere= werden Sie, mein Freund! mir bald