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Briefe über die Fellenbergische Landwirthschaft zu Hofwyl / [Georg von Escher]
Entstehung
Seite
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22 Allein ſo irrig dieſes Syſtem auch iſt. ſo gewiß iſt hinge- gen, daß auf jedem Boden, vorzüglich aber auf dem lei- migten oder thonigten, der Dunger, die Befruchtung der Erde, nicht allein dur< die Theile die er ſelbſt ent= hält, ſondern auch beſonders dur< ihre AufloFerung und daher entſtehende größere Leichtigkeit, die Nahrungstheile aus der Luft an ſih zu ziehen, befördert.

Der Behälter für naſſen Dünger hat Hr. Fellenberg eine große Menge, ich dürfte faſt ſagen nur zu viele, weil ihre Beſorgung viele Zeit fordert; zum mindeſten nur zu große, denn der Gewinn in kleinern Behältern iſt darum größer, weil die Jauche oder Gülle in denſelben weit bälder gährt; doh ſind die größten Behälter eigentlic nur Sammler aus welchen die kleinern dann wieder zu- gefüllt werden. Um ſeine Scheuern herum hat Herr Fel- lenberg beſchloſſene Gallerien errichtet, welche die Be- ſtimmung haben, bey einer allfälligen naſſen Erndte die Feldfrüchte unter Dach zu nehmen und da vor dem Ver- derben zu bewahren. Die Fenſter werden dann geöfnet und Zugluft tro&net die Früchte.

So ſorgfältig auch dieſe Einrichtung iſt, ſo wollte mir doH ſcheinen, ſie paſſe eher für einen kleinen Hof, als aber für ein großes Gut. Die ganze Erndte oder einen größern Theil derſelben kann man doh da nicht aufbewahren, und die Koſten der Bauten, ſo wie die Koſten der Einſammlung und Beſorgung in den Galle- rien, dörften wohl bey einer genauen Bere<hnung den Vortheil überſteigen, den man etwann alle 4 bis 5 Jahre aus dieſer Einrichtung ziehen würde. Man könnte üb- rigens von dieſen Gallerien auh einen andern Gebrauch machen, 3. B. denjenigen von Aufbewahrung von S8- mereyen 1c.