Druckschrift 
Ueber die Verwaltung des Staatskanzlers Fürsten von Hardenberg : Fortsetzung der Schrift: Ein Punkt auf's I / von E. von Bülow auf Cummerow
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen

4

eine angemeſſene Entſchädigung zu löſen, welches, wie- der beinahe unausführbar ſchien, da ein Theil ſich ſchwer- lich freiwillig zu Opfern verſtanden hätte, die ſeine Exiſtenz bedroheten.

So unendlich ſchwer nun dieſe verſchiedenen Auf--'

gaben waren, die dem Kanzler ſein König und eine ver- hängnißvolke Zeit auferlegt hatten, ſo fand ſich. noch ein Hinderniß, welches vielleicht das größte von allen war, und darin beſtand, daß der Kanzler ſo wenig Unterſtüzung in der Adminiſtration fand, die er doh nothwendig brauchte. Denn ſo ausgedehnt war der von ihm übernommene Wirkungskreis, daß er nur die vberſte Leitung führen konnte, und daß große Verwir- rungen entſtehen mußten, ſobald er gezwungen, war; ſtatt die Dinge blos zu leiten, ſie ſelbſt zu bearbeiten, oder über ſelbige zwiſchen zwei ſtreitenden Partheien zu entſcheiden.

Als der Kanzler an die Spiße der Verwaltung ge- ſet ward, hatten ſeine Vorgänger bereits den größten Theil der früheren Staatsbeamten entfernt, weil man glaubte, ſie hingen zu feſt an der alten Form, und hatte eine Menge junger Männer angeſtellt, die jedoch größtentheils den verſchiedenen neuen Lchren angehödr- ten, von deren ſchroffer Anwendung bis jeßt ſo wenig erfreuliche Reſultate der Welt ſichtbar geworden ſind, und welche ganz eigentlich dazu gemacht ſcheinen, Über die Theorie die Wirklichkeit zu vergeſſen.

Unter. dieſen ſollte nun der Kanzler diejenigen Männer auswählen, die in ſeinem Geiſt. die Dinge bears