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Ueber die Verwaltung des Staatskanzlers Fürsten von Hardenberg : Fortsetzung der Schrift: Ein Punkt auf's I / von E. von Bülow auf Cummerow
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den meiſten Provinzen ſtand, nur wenige Hälfsquellen gewährten.|

Verwiekelter noch als die Finanzen des Staats wa- ren die inneren Verhältniſſe, und nur große Umſicht, viel Zärtheit, verbunden mit beſonderer Willensſtärke, waren im Stande, ſie zu ordnen. Bis zum Jahr IT 808 hatten ſich die früheren Cinrichtungen des Staats ganz in den alten Formen erhalten, wie ſie uns von dem vorigen Jahrhunderte überliefert waren 3 allein die Zeit erwies die Nothwendigkeit, manche der beſtehenden Inſtitutionen zu ändern, wie denn auch ſchon unter der Verwaltung'des Miniſters Stein der Anfang ge- macht war; allein ſtatt den gordiſchen Knoten zu löſen, hatte man bereits begonnen ihn zu zcrhauen. Es blieb daher unter dieſen Umſtänden dem Kanzler keine Wahl übrig; denn ſtehen zu bleiben, oder das Alte zurück zu rufen, war unmöglich.

Sollte aber die neue Ordnung der Dinge das Wohl

- des Staats begründen, ſollte dadurch ein ſicheres Fün-

dament auch für dieZukunft gelegt werden; ſo mußte der Geiſt der alten Inſtitutionen bewahrt werden, in denen tiefere Weisheit lag, als ſo man-

-<er ahnete; nur der Mißbrauch, die veraltete Form

mußte fortgeſchafft werden. Vor allen aber durfte die veränderte Geſeßgebung nicht einen revolutionairen Ka- rakter'annehmen, ſöndern einzig auf eine geſezmäßige Art erfolgen.' äs Die einzige geſchmäßige Weiſe war aber, die beſte- henden Verhältniſſe nur mit Uebereinkunft/ und gegen 1*»