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(634) theil des Beſißers, als auch der Staatsvortheil, vernichtet oder doch verhindert.
Die zeitigen Größenverhältniſſe der Güter in manchen Län- dern würden hinreichende Gelegenheiten darbieten, das Natio» nalvermögen und den Wohlſtand intenſiv zu erhöhen und dar neben den ungeheuern Paſivzuſtand vermindern, der dem Land- beſite überall anhängt, nicht minder aber auch die Zahl der ſeß- baften Landbewohner anſehnlich vergrößern z; hieraus muß noth- wendig folgen, eine vergrößerte unmittelbare Verwendung vom Gapital und Krbeit auf den Grund und Boden, die wiederum eine Ausdehnung aller übrigen Gewerbe nach ſich zieht; denn es iſt kein Zweifel, daß, wenn auf derſelben Beſitzung, wo früher nur ein Beſitzer war, und künftig zwey oder vier ſind, auch die Bedürfniſſe für mehrere Familien, Arbeitsleute und die Wirth» ſchaftsführung eintreten, und beſriedigt werden müſſen. Man bat aber gegen dieſe Anſicht den Einwand zu erwarten, daß, wenn die-Theilung der Güter, die Ernährung mehrerer Fami- lien, Arbeiter und überhaupt den Unterhalt mehrerer produci2 renden Kräfte'erfordern, dadurch gegen den frühern Zuſtänd ei- gentlich für das Nationalyermögen nichts gewonnen, vielmehr ſogar verloren„werde; allein dem widerſpricht die wiederholte Erfahrung, daß die Angemeſſenheit der Kraftverwendung mit der Flächengröße unmittelbar in Beziehunz ſteht, und daß jede Verbeſſerung in den hervorbringenden Kräften; noch mehr, jede zweirmäßigere Verwendung verſelben, ven reinen Ertrag erhöht z dieſer letztere allein giebt aber nur den Ausſchlaz, und in wel» <hem Maaße die Kraftverwenvung weniger rentirt, wo ſie ſich zu weit ausdehnen muß, ift allen denen hinreichend bekannt, die ihre. vielen einzelnen Wirthſchaften beſondern Verwaltungen Überlaſſen müſſen. Außerdem wird durc Theilungen der Art, die man auch Dismembranationen nennt, die gewöhnlich auf dem Grund und Boden laſtende Steuer mit vertheilt und deren Tra: gung erleichtert.
Es hat mit dem ausgedehnten Bodenbeſike in einer Hand eine ähnliche Bewandniß, wie mit der Anhäufung großer Geld- capitale in einer Hand: beide wirken nicht vortheilhaft auf den akgemeinen Nationalverkehr 3 der große Bodenbeſib bringt eine Stagnation jn den landwirthſchaftlichen Betrieb; der reine Ex- trag erhoht ſich nicht; der große Geldbeſih macht ſich gewiſſer- maßen unabhängig von aller übrigen Production, er ſelbſt prv- ducirt unmittelbar nicht, ſondern nur mittelbar, er iſt überall und nirgends, trägt keine Stäatsabgaben und ſeine Junhaber be- dürfen unter gewiſſen Zeitverhältniſſen nicht einmal ein. beſtimm- tes Vaterland oder des Anhalts an einen beſtimmten Staatz dieß iſt nach kriegeriſchen- Zeiten, ſobald alle Staaten verſchul- det ſind, und Staatsſchulden, vermittelſt verzinslicher Docu- mente, anerkannt worden, beſonders wahr und erfahrungsmäz- ßig; das Geld ſucht nun die großen Weltmärkte und es erzeu- gen ſich jene bekannten Speculationen, die es darauf anlegen, nicht durch eigentliche productive Arbeit zu gewinnen, ſondern, auf den Grund der öffentlichen Meinung, Über den politiſchen äußern Zuſtand der Staaten und der innern Verfaſſungs- und
Verwaltunzsverhältniſſe, ihre Eapitale zu vergrößern 3 eine


